Szeneshop-Angebote
28.07.2017  |  Text: Jules Kay  |   Bilder: Chris Flash, www.chris-flash.com
Alle Bilder »

LEGT AB, WAS EUCH EINENGT

Jules Fashion Tattoo Erotica


Du kannst dich zwar mies fühlen, aber nie mies kleiden. – Mit dieser Devise ist Modekolumnistin Jules Kay durch vergangene Monate gegangen. Dann hat sie einiges hinter sich gelassen und hat sich auch in Sachen Kleidung auf einige Basics reduziert, die einfach immer gut aussehen.


Not your basic bitch
Diejenigen, die meine Artikel seit Längerem verfolgen, erinnern sich vielleicht noch an den von Juni vergangenen Jahres, in dem ich fest entschlossen war, den Sommer 2016 zum besten meines Lebens zu machen. Roadtrips, Koffer voller schöner Klamotten und ein toller Mann an meiner Seite? Tja, wie das mit Plänen manchmal so ist: fett in die Hose gegangen. Das Einzige, was an diesem Sommer schön war, waren meine Outfits. Und das auch nur dank meiner Devise: Du kannst dich zwar mies fühlen, aber nie mies kleiden.

Jedenfalls musste ich in den letzten Tagen oft an diesen Artikel denken. Traurig war ich bis Ende des Winters. Bis ich einen Flug nach Los Angeles gebucht habe, um meinen besten Freund zu besuchen.

Im Flugzeug dorthin verfasse ich die ersten Zeilen dieses Artikels. Unter mir, im Gepäckraum, ein Koffer voller schöner Klamotten, und vor mir zehn Tage Strand, Party und Shopping. So spielt das Leben. Nichts passiert ohne Grund. Deswegen widme ich diesen Artikel dem Ablegen. Nicht nur dem Ablegen meiner Klamotten, wie man an den Fotos unschwer erkennen kann, sondern auch dem Ablegen alles Negativen und Vergangenen. Im Prinzip back to basic. Und das sind auch die Teile, um die es diesmal geht: Basic-Klamotten in Basic-Farben. Leicht und unkompliziert.



Kunter(un)bunt
Grau zählt mit Schwarz und Weiß zu den so genannten »Nicht-Farben«. Vielleicht ist das auch der Grund, aus dem sich Grau so gut und leicht tragen lässt.

Das langärmlige Rip-Crop-Top in der Variante mit kleinem Stehkragen ist ein Basic-Teil, ohne das mein Kleiderzimmer quasi leer wäre. Ultra-basic, aber doch elegant mit einem Hauch von Edgyness. Da ich es, zumindest was meine Klamotten betrifft lieber unkompliziert mag, ist es ein absolutes Must-have, dessen Kauf auch ihr sicher nicht bereuen werdet.

Pump(s) it up
Lange Zeit waren hohe Plaeteauschuhe in verschiedenen Varianten angesagt. Momentan sind es dann doch eher feminine, spitz zulaufende Pumps oder Riemchensandalen. Gerne auch mit verspielten Details oder mit Kunststoffapplikationen. Wem die Lackvariente etwas zu tussig ist, der kann ja auf die Raulederversion etwa in Hellgrau umsteigen. Mein Tipp für alle Ladys, denen es dieser Stil ebenso wie mir angetan hat: Vor dem Tragen eure Füßchen etwas denen oder sogar massieren. Im Vergleich zum Plaeteauschuh werden eure Füße und Bänder bei diesem Schuh schließlich wegen der Absatzhöhe extremer belastet. Regelmäßiges Tragen kann übrigens eure Bänder verkürzen, was früher oder später Schmerzen hervorrufen kann. Ich spreche hier aus schmerzhafter Erfahrung. Daher: gut dehnen und vielleicht sogar Geleinlagen verwenden, falls der Abend etwas länger werden soll.

Trashy white beautfiful.
Ich weiß nicht, woran es liegt, aber Weiß ist eine (Nicht-)Farbe, der modetechnisch meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird – außer vielleicht im Urlaub. Weiß gilt als wenig alltagstauglich, weil man jeden Fleck sofort sieht. Bei mir ist Weiß allerdings jetzt in den Alltag eingezogen. Besonders angetan haben es mir weiße Ripp-Tanktops. In Kombination mit einer dunkelgrauen Jeans und meinen roten Adiletten, die ich mir diesen Sommer gegönnt habe, ein unschlagbarer Look für alle, die auf Understatement stehen. Das wichtigste Accessoire in Kombination mit der Farbe Weiß ist, wenn ihr mich fragt, braun gebrannte Haut. Wer keine Zeit für zehn Tage L.A. hat, der fährt einfach mal an den See oder, wenn es nicht anders geht, zum Solarium.

Always classy and a little trashy
Egal ob Instagram, Facebook oder im TV, überall lächelt uns dieser eine Typ Frau entgegen: Große Brüste, dicker Po, schmale Taille, puppenhaftes Gesicht inklusive einer Tonne Make-up, all das in hautenge Klamotten gepresst. Der Trend der sehr dünnen Frauen wurde durch »curvy is the new sexy« ersetzt. Generell eine coole Sache, für all jene Ladys, die aber eher mit androgynen Körpern gesegnet wurden, doof. Aber uns intetessiert es ja eigentlich gar nicht, wie wir angeblich schon wieder auszusehen haben. Unser Vorteil hier ist, dass wir den Baggyjeans- oder auch Boyfriend-Look im Prinzip voll und ganz für uns beanspruchen können. Es muss nämlich nicht immer hauteng sein, um sexy zu wirken. Richtig kombiniert, ist der Schlabberlook nämlich mein absoluter All-time-Favorite. Tiefsitzende Jeans und das oben herausblitzende Bündchen eines sexy Höschens, dazu ein T-Shirt im trashy Used-Look, gern auch vorn geknotet, damit es nicht zu lang ist. Wir wollen ja unsere kleinen Pfirsich-Ärsche nicht komplett bedecken. Dazu ein paar sexy Schuhe. Simpel und cool. Wie bei jedem Outfit ist hier meiner Meinung nach das Wichtigste, es mit Selbstbewusstsein und Überzeugung zu tragen. Unsicherheit riecht man nicht nur hundert Kilometer gegen den Wind, man sieht sie auch. Schließlich ist doch jede Frau, egal welche Körperform sie haben mag, am schönsten, wenn sie selbstbewusst durchs Leben geht.



Da diese Fotoserie diesmal eher etwas ungeplant entstanden ist, muss ich die Jungs, zumindest was Stylingtipps betrifft, diesmal enttäuschen. Ich hoffe, ihr verzeiht mir diesen Fauxpas. Ich verspreche, im nächsten Artikel kümmere ich mich wieder etwas mehr um eure Bedürfnisse.

So basic all die genannten Teile auf den ersten Blick auch sein mögen, denn manchmal ist weniger einfach mehr, wenn es jedoch um das Styling unseres Lebens geht, sollten wir uns nicht mit weniger zufriedengeben, und zwar in jeder Hinsicht.

Daher: Legt alles ab, was euch nicht guttut – sei es eine Freundschaft, eine Beziehung oder auch nur ein kneifender Schuh – und fragt euch, was ihr wirklich wollt. Wenn man erst einmal ein genaues Ziel vor Augen hat, ist der Weg dorthin gar nicht mehr so weit entfernt. 

Text: Jules Kay
Bilder: Chris Flash, www.chris-flash.com

Sie können den Artikel auch in der Ausgabe: 5/2017 lesen.


Kommentare zum Artikel





Weitere, relevante Artikel
  • Fashion-Blog: Bye bye summer. Hello autumn my love.

    Müsste ich den Sommer mit einer Liebesbeziehung vergleichen, so wäre dieser wohl eher eine kurze, heiße Romanze. Heiße Nächte, wenig Stoff und tagsüber zieht man sich dann doch lieber zurück.

  • WINTER-FASHION: Baby, when it’s cold outside

    »Warm und bequem sollte die Kleidung im Winter sein, ohne dass man darin wie ein Mitglied der Familie Flodder aussieht.«

  • Fashion-Blog - Roadtrip in die goldenen 50er

    Stilistisch geht es für Jules Kay in diesem Sommer ein paar Jahrzehnte zurück. Sie kombiniert Hautenges mit Langem, um die Kleidung theo­retisch »mal ohne Höschen« tragen zu können.

  • Mode: Always on the Run

    Streetstyle: Die Geheimtipps für den Herbst

Weitere, relevante Artikel
  • Fashion-Blog: Bye bye summer. Hello autumn my love.

    Müsste ich den Sommer mit einer Liebesbeziehung vergleichen, so wäre dieser wohl eher eine kurze, heiße Romanze. Heiße Nächte, wenig Stoff und tagsüber zieht man sich dann doch lieber zurück.

  • WINTER-FASHION: Baby, when it’s cold outside

    »Warm und bequem sollte die Kleidung im Winter sein, ohne dass man darin wie ein Mitglied der Familie Flodder aussieht.«

  • Fashion-Blog - Roadtrip in die goldenen 50er

    Stilistisch geht es für Jules Kay in diesem Sommer ein paar Jahrzehnte zurück. Sie kombiniert Hautenges mit Langem, um die Kleidung theo­retisch »mal ohne Höschen« tragen zu können.

  • Mode: Always on the Run

    Streetstyle: Die Geheimtipps für den Herbst


Stand:23 October 2017 00:36:14/editorial/legt+ab+was+euch+einengt_177.html