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Stilvolle Aktfoto-Strecken und sinnliche Erfahrungsberichte

Ein Höhepunkt der Aktfotografie und eine Galerie schönster Tätowierungen zugleich: Die neue Ausgabe des Magazins TATTOO EROTICA zeigt einmal mehr zahlreiche bildhübsche Tattoomodels in exklusiven Nude-Fotostrecken – von Mailand über Berlin bis London geshootet von international renommierten Fotografen. In kunstvollen Fotosets von gewählten In- und Outdoor-Locations zeigen unter anderem die süße Kolumbianerin Coralinne, die blonde Design-Ingenieurstudentin Tiana Nox aus dem Ruhrgebiet, die sündhaft schöne Célo Peron aus Hamburg, Covergirl Rosalie aus dem Münsterland sowie viele weitere Schönheiten ihre makellosen, tätowierten Körper.

Knisternd erotisch und zugleich gewohnt stilvoll präsentiert sich die TATTOO EROTICA, Ausgabe April/Mai 2017, auch zwischen den beachtlichen Fotostorys: In einem fesselnden Erfahrungsbericht erzählt Kolumnistin Cassidy Rose von ihrer ersten Bondage-Session. Redakteurin Jula plaudert von ihrer persönlichen Premiere im Latex-Outfit auf einer Kölner Fetisch-Party aus dem Nähkästchen. In einem spannenden Porträt über den Essener Topfotografen Jeean Alvarez eröffnet TATTOO EROTICA einen Blick auf dessen meisterhaftes Werk voller prickelnder Lingerie- und Lifestylefotografien – und auf das Rezept seines internationalen Raketenstarts als anerkannter Fotokünstler. Nicht zuletzt gibt die Wiener Designerin und Fashion-Ikone Jules Kay in der TATTOO EROTICA wertvolle Tipps dazu, wie geschmackvoll gekleidete Frauen und Männer ganz einfach und modisch voll angesagt in den Frühling starten.

Die neue TATTOO EROTICA, Ausgabe 32, April/Mai 2017: Jetzt erhältlich!

Letztens habe ich verfolgt, wie sich einige aus dem harten Kern der alternativen Tattooszene über gemachte Brüste, aufgespritzte Lippen, falsche Wimpern und künstliche Fingernägel aufregten. Es ging um die Frage, was das alles soll, dieses Unechte, dieses Gekünstelte, das ja längst nicht mehr schön sei. Und ich gebe zu, dass ich die zunehmenden Wünsche gerade 20-jähriger Frauen mit straffen, runden B-Körbchen nach 300 Millilitern Silikon unter dem Brustmuskel nicht nachvollziehen kann. Weil ich ihre Proportionen perfekt finde. Aber ich rede ihnen nicht aus, sich ihren Traum zu erfüllen.

An sich sind ästhetische und plastische Körperveränderungen aus den Beautysalons oder -kliniken doch nichts anderes als Bodymodifications aus Tattoo- und Piercingstudios. Wer seine Ohrlöcher aufdehnt, seine Haut großflächig einfärben, sich die Zunge spalten oder reliefbildende Silikonimplantate einsetzen lässt, gestaltet seinen Körper ebenso nach eigenem Geschmack und wider die Natur. Mehr noch: Szenetypische Bodymodifications zeichnen sich in der Regel gerade dadurch aus, dass sie maximal unnatürlich sind – wohingegen eine dezente, subpectorale Busenanpassung mit anatomisch gewölbten Brustimplantaten durchaus täuschend echt wirken kann. Und dass selbst das einfachste Piercing bei Entfernung oft mit Narbenbildung einhergeht, macht Bodymods sogar zu wesentlich dauerhafteren Unnatürlichkeiten als es Acrylnägel sind, die herauswachsen oder sich jederzeit im Acetonbad ablösen lassen.

Dass sich also gerade einige derjenigen Szenegänger über zu viel Künstlichkeit am Körper echauffieren, die ihrerseits die Kunst am Körper zur persönlichen Leitkultur erklärt haben, verwundert doch arg. Allerdings nur im ersten Affekt. Denn tatsächlich unterscheiden sich Beautyoptimierungen und Bodymodifications in einem wesentlichen Aspekt diametral: Die einen Veränderungen sind darauf ausgelegt, von der Mehrheit der Gesellschaft als schön wahrgenommen zu werden. Die anderen haben im krassen Gegensatz dazu die Abgrenzung vom Massengeschmack zum Ziel. Wenn nun aber sich einerseits sogar die angepassteste Verkäuferin nach dem Septum-Ring als Accessoire auch noch einen Sleeve zulegt und andererseits immer mehr Starktätowierte zu Standardbeauty tendieren, zeigt das vor allem eines: Mainstream und Subkultur verschmelzen immer mehr miteinander. Dass das nicht jedem Nonkonformisten schmeckt, dem die Szene sowohl Biotop als auch Refugium bedeutet, ist klar.

Trotzdem meine ich: Wer bei denkbar größter äußerlicher Abweichung von bürgerlichen Normen beharrlich Toleranz für sich einfordert, sollte die auch Personen außerhalb der eigenen Peergroup zuteilwerden lassen. Wer seinen Körper höchstpersönlichen Gestaltungskriterien unterwirft, muss akzeptieren, dass das auch andere tun. Letztlich sollte ganz einfach, wer tätowiert ist von oben bis unten, in Sachen Körperästhetik nicht über Geschmacksfragen streiten. Und weil vor allem die Tattooszene jahrzehntelang für die soziale Anerkennung individualisierter Äußerlichkeit gekämpft hat, sollten jetzt nicht ihrerseits erklärte Individualisten aus dieser Szene eigenes Empfinden zum allgemeinen Maßstab erheben.

Wir von der TATTOO EROTICA lieben und leben die freie Entfaltung. Deshalb zeigen wir auch in dieser Ausgabe ganz unterschiedliche tätowierte Schönheiten. Für uns gilt: Werde jeder in dem Körper glücklich, der ihm gefällt. Ob mit riesigen Ohrlöchern oder Doppel-D.
 

Bobs by Robin Wood





Boris »Bobs« Glatthaar
Anregungen und Fragen nehme ich gern unter redaktion@tattooerotica.de entgegen.

Stand:21 August 2017 17:47:05/heft-abo/story-archiv/content-23571_40-23562_60