Szeneshop-Angebote
28.07.2017  |   Bilder: Veronika Haas, www.fotokunst-haas.de
Alle Bilder »

Ann Colorée

Tattoo Erotica Ann Colorée


»Tätowieren ist eine Sucht, die erst gestillt werden kann, wenn man keinen Platz mehr auf der Haut hat«


27 Jahre, Magdeburg/Deutschland, Medizinstudentin und Rettungsassistentin
Wer hat deine Tätowierungen gemacht?
Fast alle meiner Kunstwerke sind von Daniel von Never4Get Tattoo gestochen oder überarbeitet worden.

Wie lebst du dein Leben?
Ich bin davon überzeugt, dass man bekommt, was man gibt. Darum versuche ich immer ehrlich zu sein, auch wenn die Wahrheit weh tun kann. Kurzum: Ehrlichkeit und Karma beeinflussen mein Handeln, denn ich bin nicht mehr gewillt, den leichtesten Weg zu gehen.

Gab es ein besonders einschneidendes Erlebnis in deinem Leben?
Ja, denn mir ging es eine Zeit lang nicht gut. Ich wusste, dass ich es nicht alleine schaffe. Als »Problemhund« im Tierheim deklariert, hatte mein Hund genauso schlechte Chancen wie ich. Warum also nicht genau diesen Pflegefall adoptieren und zusammen wieder auf die Beine kommen? Gesagt, getan! Nun teilen wir uns ein Zuhause und gehen durch dick und dünn.

Du hast die Wahl: unendlicher Reichtum oder ewige Jugend. Was wählst du?
Ich entscheide mich für den Reichtum, denn die Erfahrung zu altern und meinen Weg bis ans Ende zu gehen, würde ich mir niemals nehmen lassen. Außerdem kann man mit Geld vielen Menschen und Tieren helfen.

Was ist Glück für dich?
Es bedeutet für mich, dass es meiner Familie, meinen Freunden und meinem Hund gut geht. Glück ist ein Gefühl, das man durch Geld und materiellen Reichtum nicht bekommen kann. Wichtig, um glücklich zu sein, ist es, seine Grundsätze zu überdenken und für sich selbst herauszufinden, was im Leben wirklich Priorität hat.

Was würdest du an der Welt verändern, wenn du könntest?
Ich würde die Massentierhaltung nachhaltig abschaffen. Als »Krone der Schöpfung« haben wir für alle schwächeren Geschöpfe Verantwortung zu tragen. Das bedeutet nicht, dass jeder auf Fleisch verzichten soll, sondern dass jeder respektvoll mit dem Leben umgeht. Wir haben nicht das Recht, Tiere zu quälen, um möglichst billig Produkte zu produzieren.

Wann und warum hast du begonnen, dich tätowieren zu lassen?
Mein erstes Tattoo habe ich mir bereits mit 16 Jahren stechen lassen. Damals war es sehr unüberlegt, aber ich fand diese Art der Verschönerung sehr reizvoll. Dennoch ist auch dieses ein Teil meines Lebens und wird mich bis an mein Lebensende begleiten.

Bedeutet das, du würdest niemals eine Tätowierung über­stechen oder entfernen lassen?
Ich habe ein Teil meiner Werke bereits überarbeiten lassen. Entfernen würde ich jedoch keins, denn jedes hat für mich eine wichtige Bedeutung und ist von daher, selbst bei kompletter Überarbeitung, immer noch in ganz leichten Zügen zu erkennen.

Kannst du sagen, was dein absolutes Favoriten-Tattoo ist?
Die Tätowierung auf der Innenseite meines rechten Oberarms. Sie bedeutet mir sehr viel, da sie die ständige Verbundenheit zu meinen Geschwistern symbolisiert und mich jeden Tag daran erinnert, was ich für eine wundervolle Familie habe.

Glaubst du, dass das Leben für Menschen mit Tätowierungen schwieriger ist?
Ja, denn leider ist es in der heutigen Gesellschaft noch so, dass viel vom optischen Erscheinungsbild abhängig gemacht wird. Ich hoffe aber, dass ich nach meinem Studium als tätowierte, rothaarige Ärztin genauso geschätzt werde, wie meine eher etwas dezenter wirkenden Kollegen.

Kannst du es denn verstehen, dass manche Menschen Tattoos an Frauen nicht mögen?
Nachvollziehen kann ich es nicht, aber jeder hat das Recht, seine eigene Meinung zu haben. Genauso wie auch jede Frau das Recht hat, sich Farbe unter die Haut stechen zu lassen.

Hast du Pläne für weitere Tattoos?
Tätowieren ist eine Sucht, die erst gestillt werden kann, wenn man keinen Platz mehr auf der Haut hat. Ich möchte mir auf jeden Fall noch meinen Hund unter der Haut verewigen lassen.

Glaubst du, deine Fotos kommen bei den Lesern gut an?
Ich hoffe es doch sehr. Außerdem wünsche ich mir, dass man mich als Menschen und nicht als eine Sammlung von Tattoos betrachtet. Es würde mich sehr freuen, wenn ich auch andere Mädels dazu motivieren kann, ihren Körper zu lieben, auch wenn er an der ein oder anderen Stelle nicht perfekt ist. Jeder ist auf seine Art wunderbar.

Bilder: Veronika Haas, www.fotokunst-haas.de

Kommentare zum Artikel





Weitere, relevante Artikel
  • Stephanie B . bei TATTOO EROTICA

    »Tattooentfernung? Nein! Es würde für mich das Gefühl entstehen, dass ich einen Lebensabschnitt vor mir selbst vertuschen will.«

  • Becky Holt, 28 Jahre, Cradley Heath/England, Model und Tattoostudiomanagerin

    »Damals war mein Beweggrund das Anderssein. Mittlerweile hat fast jeder ein Tattoo, wodurch ich mich nicht mehr von der Menge abhebe.«

  • Arcticas Nightmare bei TATTOO EROTICA

    »Ich habe mit 14 Jahren auf der Straße gelebt, um das Leben zu spüren. Das war eine Erfahrung, die mich menschlich weit gebracht hat.«


Stand:23 October 2017 00:34:16/nude+stories/ann+color%C3%A9e_175.html