Tattoomodel Bine B. – Nichts lieber als Shootings

18.01.2019  |  Text: Interview: Boris »Bobs« Glatthaar  |   Bilder: Sergey Yusin, Miami, Fl
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Tattoomodel Bine B. – Nichts lieber als Shootings
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Bine B. ist Tattoomodel aus Leidenschaft, der Titel »TATTOO STARLET 2018« hat ihr viel Rückenwind gegeben: Sie schaffte es auf mehrere Magazincover, hatte Print- und Onlineveröffentlichungen und wurde Werbegesicht – viele der Kampagnen und Publikationen erscheinen erst noch. Sie hatte Shootings in den USA und Europa, lernte Topfotografen kennen und sagt: Der Sieg im großen Wettbewerb habe sie gepusht, Karriere brauche aber auch Eigeninitiative
Tattoomodel Bine B. auf den Covern von TätowierMagazin und TATTOO EROTICA
Bine, du hast dich 2018 für den TATTOO-STARLET-Contest beworben. Warum?
Ursprünglich wollte ich schon 2017 beim Contest mitmachen, da hatte ich aber noch viel zu viele offene Tattooprojekte und habe mich noch nicht vollständig gefühlt. Also habe ich gewartet, bis ich meinen ganzen Arm von Jessica Svartvit, meinen Brustbereich und meinen Hals hatte tätowieren lassen. Ich habe mir dadurch einfach viel bessere Chancen ausgerechnet und mich deshalb erst 2018 beworben.

Warum hattest du Lust auf den Contest?
Ich habe mir dadurch eine höhere Reichweite erhofft. Ich will die Leute ja auf mich als Tattoomodel aufmerksam machen. Und ich hatte mir vorgenommen, 2018 auf diverse Magazincover zu kommen. Das Modeln ist einfach mein Hobby, es ist meine Leidenschaft, ich mache in meiner Freizeit nichts lieber als Shootings. Ich freue mich, wenn den Leuten die Fotos gefallen. Und wenn sich ab und zu der ein oder andere Job dadurch ergibt, ist das zusätzlich reizvoll.

Wie war für dich die Wettbewerbs­situation im Contest?
Ach, das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich kannte ja schon ein paar Mädels und bin ein sehr geselliger Mensch. Ich habe auch keinen Zickenkrieg erlebt. Es ist ein Event, bei dem man feiern und Spaß haben kann, und dafür sollte es eigentlich auch da sein. Selbstverständlich habe ich mir zu dem Zeitpunkt gewünscht, dass ich das Ding rocke. Ich hatte es selbst nicht in der Hand und war am Ende sehr happy, als ich den Pokal bekam.

Im Jahr vorher warst du bereits Miss Tattoo Schweinfurt. Wie ist das Gefühl, wenn man auf der Bühne steht und im Modelcontest gewinnt?
Schweinfurt war für mich sogar der allererste Contest, ich hatte vorher noch nirgendwo mitgemacht. In Leipzig wusste ich natürlich, da geht’s um mehr. Der TATTOO-STARLET-Contest ist für mich der wichtigste Tattoomodelwettbewerb in Deutschland. Es gibt einfach nichts Vergleichbares, Größeres und deshalb war es für mich das Absolute, das ich gewinnen wollte. Und dann ist da plötzlich tatsächlich der Gewinn, unter anderem das Cover auf dem TätowierMagazin, und es ist das Größte, mal auf so einem Cover zu sein. Man kann es gar nicht fassen. In dem Moment muss man einfach heulen, das ist das größte Glücksgefühl überhaupt. Es hat mich schon alles wirklich sehr ergriffen.

Tattoomodel Bine B. auf Shooting-Reise in den USA

Es kamen weitere Cover hinzu, zum Beispiel ein zweites auf dem TätowierMagazin und eines von TATTOO EROTICA. Inwiefern hilft der Titel bei diesem Erfolg und wie hart muss man selbst aktiv an seiner Karriere arbeiten?
Ich muss schon auf die Leute zugehen. Ich muss sagen, hier bin ich! Man muss sich selbst supporten, die Leute anschreiben und drauflos fragen. Man muss die Initiative ergreifen. Niemand kommt zu dir. Nein, das habe ich selbst die letzten Jahre gelernt. Wenn du etwas willst, dann musst du selbst sehr, sehr, sehr dahinter her sein. Aber ich sage: Wenn das, was du tust, deine Leidenschaft ist, dann machen der ganze Prozess und der ganze Weg total viel Spaß. Alles, was ich erreicht habe, macht mich einfach nur happy und lässt mich nach größerem Streben.

Zu dem Zeitpunkt, als du dich für den Contest beworben hast, hattest du bereits einige professionelle Shootings hinter dir. Wie kam es überhaupt dazu, dass du Tattoomodel geworden bist?
Da müssen wir zurückgehen bis in das Jahr 2011. Damals war ich einundzwanzig Jahre alt und hatte mein allererstes Shooting. Ich habe schon früher die Mädels bewundert, die in Tattoozeitschriften zu sehen und auf den Titeln abgebildet waren. Ich dachte immer: Oh mein Gott, die sehen richtig gut aus, richtig heiß, ich beneide diese hübschen Mädels, wie die sich präsentieren, ich will das auch! Und ich dachte, ich könnte das auch. Also habe ich mich im Internet informiert und einen Münchner Fotografen gefunden, der damals ein Partyshooting für mehrere Mädels ausgeschrieben hatte. So hatte ich in München in einer Bar mein erstes Shooting. Es wurden Bilder, die ich mir heute noch sehr gerne anschaue, weil die schon damals sehr professionell waren. Der Fotograf hat mich für fähig befunden und mich gelobt, und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich drangeblieben bin. Ich hatte damals allerdings erst zwei Tattoos: eines auf dem Oberschenkel und eines auf dem Arm.

Das waren zunächst also TFP-Shootings, also unbezahlte Shootings?
Genau.

Nach welchen Kriterien hast du deine Fotografen ausgewählt?
Ich habe mir damals schon die Fotografen und deren Arbeiten genau angeschaut. Ich möchte, dass das Bild etwas Künstlerisches hat. Ich will kein Fotoshooting, um bloß irgendwelche Bilder zu haben. Es soll doch etwas Schönes dabei herauskommen. Es reicht für einen Fotografen einfach nicht, wenn er sich eine Kamera kauft und loslegt, er muss schon ein gewisses Auge haben, damit das Ergebnis nicht billig ausschaut. Denn das will ich für mich zumindest auf keinen Fall.

Du hast viel im Ausland geschootet, nach dem gewonnenen Titel TATTOO STARLET unter anderem in Florida. Was genau macht für dich den Reiz daran aus, ein Tattoomodel zu sein?
Es macht mir grundsätzlich so viel Spaß, weil ich die schönen Fotos nicht nur für andere, sondern auch für mich selbst mache. Ich erschaffe etwas fürs Auge, was man sehr gerne anschaut und bei dem ich, wenn ich älter bin, einmal zurückblicken und sagen kann: Damals sah ich wirklich schon sehr nice aus. Ich meine, warum ist man Fotograf? Fotografen fotografieren ja auch, weil sie Kunst machen wollen. Ich bin dazu einfach der Gegenpart. Ich biete den Körper und zusammen produziert man einfach etwas fürs Auge. Das ist das, was mich antreibt. Wie ein gelungenes Foto sehe ich auch meinen ganzen Körper als Kunstwerk an, ich habe ihn ja nicht umsonst so bemalen lassen. Ich fühle mich schöner durch die Tattoos und finde, der Körper ist wie eine Leinwand. Es wäre doch schade, wenn man ihn nicht bemalen würde.

Bei einem Shooting kommt es nicht nur auf den Fotografen an, sondern ganz entscheidend auch auf das Model. Wie arbeitet man erfolgreich zusammen?
In den Shootings selbst probiert man einfach sehr viel aus, der Fotograf gibt dir Tipps und du versuchst alle möglichen Posen. Wenn es am Ende scheiße aussieht, ist das völlig egal, dann verwendet man das Foto einfach nicht. Man muss mutig sein und sich etwas trauen.

Du hast also offenbar einerseits eine sehr lockere Herangehensweise an die Shootings, auf der anderen Seite bist du aber auch sehr zielstrebig. Stimmt das?
Ich denke, ja. Aus meiner Sicht ist es eben so: Wenn man sich etwas vorstellt, wenn man es sich als real vorstellt, dann kann es auch Realität werden. Man muss allerdings, wie gesagt, sehr hart daran arbeiten. Von allein passiert nichts.

Tattoomodel Bine B. auf Shooting-Reise in den USA

Das komplette Interview mit Bine B. hört ihr im Tätowier­Magazin-Podcast »Tattoocast«, Episode 15, via Podcatcher (Apple, Spotify etc.) und auf www.taetowiermagazin.de
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Stand:19 September 2019 05:11:44/editorial/bine+b+-+nichts+lieber+als+shootings_19114.html Warning: fopen(cache/26c4455833ad7e0ddeb4335d4baaaa09.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163