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Bodypainting - Erotische Körperkunst

04.10.2013  |  Text: Katrina Friese  |   Bilder: Katrina Friese
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Bodypainting - Erotische Körperkunst
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Zu Gast auf dem World Bodypainting Festival 2013 in Pörtschach am Wörthersee
Kunst die lebt und atmet. Mehr als 200 Teams mit 1500 Teilnehmern aus über 40 verschiedenen Nationen nahmen vom 5. bis 7. Juli am World Bodypainting Festival in Pörtschach teil, um einen der begehrten Titel zu ergattern. Fast 29.000 Besucher waren Zeugen bei der Vergabe der drei Weltmeisterschafts- Hauptkategorien. Zusätzlich fand ein Wettbewerb für Facepainting und der Nachtwettbewerb für UV-Effekte »World Fluro Award« statt.

Ein zwei Meter großer Satyr mit roten Federschwingen thront heroisch über der jubelnden Menge, elfengleiche bunte Fabelwesen huschen durchs Gebüsch und bonbonfarbene, glänzende Körper schlängeln sich anmutig durch die Menschenmassen auf der pittoresken Halbinsel von Pörtschach im smaragdgrünen Wörthersee. Dort, wo einst Roy Black und Julia Biedermann im „Schloß am Wörthersee“ ihr Unwesen trieben, fand in der ersten Juliwoche das 16. World Bodypainting Festival mit Teilnehmern aus 45 Nationen statt.



Hierbei ging es um weit mehr als die reine Körperkunst. Der Kampf um den Weltmeistertitel forderte zu höchster Präzision, spektakulär ausgearbeiteten Details und zu Gesamtkunstwerken meist weiblicher Natur auf, die sich vor der Masse der Fotografen kaum retten konnten. Trotz allen Wettbewerbs kam aber auch der Spaß nicht zu kurz, ein exquisites Rahmenprogramm rund um Musik, Kunst und Show-Acts machte die Veranstaltung auch für Non-Painter zum entspannt-chilligen Festivalwochenende. 

Mitten im Touristenörtchen Pörtschach ein Hinweisschild „Willkommen in Bodypainting City“, der Weg führte direkt auf die schilfumwachsene Halbinsel, die normalerweise von Jachtbesitzern und Seetouristen belagert wird. Für die Festivalwoche änderte sich jedoch das Ambiente, weiße Kuppelzelte reihten sich am Ufer, unzählige Farbtiegel, Pinsel, Schwämmchen und Airbrushmaschinen lagen bereit und Modelle entledigten sich schon in den frühen Morgenstunden ihrer Kleidung. Das Wetter spielte sowohl unter der Woche, in der Workshops im Vordergrund standen, als auch am Festivalwochenende mit, sommerliche Temperaturen mit ein paar wenigen Wolken und kleineren Schauern machten die Arbeit so angenehm wie möglich. Die Regenschauer wurden unter Zeltplanen, den ausladenden Bäumen der Uferböschung oder Regencapes tapfer durchgestanden, nach fünf Minuten Regenschauer rinnt nämlich jede noch so gute wasserfeste Farbe in bunten Strömen vom Model herunter, hier war definitiv Obacht angesagt.



Und anstrengend ist das Painten ebenfalls, sowohl für die Bodypainter als auch ihre Modelle und Assistenten. Vier bis acht Stunden haben die Gruppen je nach Wettbewerbskategorie Zeit, um aus nackter Haut und offenem Haar ihr vorab bis ins Detail geplantes Phantasiewesen umzusetzen. Ebenso lange muss natürlich auch das Model still verharren, Sitzen ist nur in den ersten Minuten möglich, danach heißt es stehen, stehen und noch mal stehen. Und das so ruhig, dass eben nichts daneben geht. „Es ist anstrengend, aber wir wissen, worum es hier für uns alle geht“, erzählt Tanja Seluzza, ein Model aus Lissabon. „Für einen Titel würd ich auch 20 Stunden auf einem Fleck stehen.“ Neben der großen Konzentration, mit der die Painter mittels Pinsel, Schwamm oder Airbrush ihre Linien auf der nackten Haut ziehen, war aber auch Anspannung zu merken – es ging wirklich um mehr, als nur die reine Körperkunst.

Aus fernen Ländern wie Indien, Kasachstan und den Philippinen waren manche Künstlerteams angereist – hier ging es um alles. Flüge und Unterkunft mussten gebucht, der Paint im Vorfeld genauesten geplant, ausgefeilt und erprobt werden, sodass die Chancen auf einen möglichen Weltmeistertitel näherrückten. Natürlich muss auch das Design zum Model passen, Körperformen bestimmten die Musterung, wurden integriert, Rundungen speziell genutzt, um Augen, Berge oder Burger darzustellen. Ja, richtig Burger – eine der Kategorien nannte sich nämlich Planet Food. Und die Umsetzung hier war so vielfältig wie sozialkritisch. Erotische Körper erzählten von Massenkonsum, nahmen Fast-Food-Ketten und Massentierhaltung ins Visier oder zeigten sich in opulenten Gesamtkunstwerken inklusive imposanter Fruchtkörbe, die in und um das Model eingearbeitet wurden. Ganze Bienenvölker surrten bei der anschließenden Präsentation über die Bühne, laszive Bonbongirls reckten sich den Fotografen entgegen und aufgemalte Melonen, Äpfel und Trauben sahen wirklich zum Anbeißen aus.



Auch die Choreografien, mit denen sich die wandelnden Kunstwerke auf der Hauptbühne am Abend präsentierten, zeigten zum Teil sehr hohes Niveau, professionelle Tanzeinlagen, Comedy und schlangengleiche Bewegungen unterhielten die zahlreichen Zuschauer für Stunden. Äußerst gemischt auch das Publikum, von Jung bis Alt war alles vertreten. „Wir reisen jedes Jahr hierher“, erzählt ein Paar um die 70 mit Analogkamera und Wanderrucksack, das aus Zürich angereist ist. „So ein Spektakel lassen wir uns nicht entgehen. Außerdem hat mein Mann so noch was zu gucken“ erklärt die Dame mit einem kleinen Seitenhieb auf ihren Gatten. Und gucken konnte man dieser Tage, bis die Augen nach vielen Stunden eindrucksvollem, abwechslungsreichem Festivalprogramm am Abend einfach zufielen. Verirrte sich nach der Show doch einmal ein barbusiges Fabelwesen oder ein rotglänzendes, kurvenreiches Girl ins Zentrum von Pörtschach mit seinen traditionellen Gastwirtschaften und Straßencafés, bekam so manch ansässiger Kärntener doch ein ums andere Mal große Augen.

Drei Jahre ist es her, dass die „Nackerten“ die Halbinsel zum ersten Mal bevölkerten, vorab fand das seit 16 Jahren bestehende Spektakel in Seeboden am Millstätter See statt. Nach und nach wuchs der Event immer weiter, Veranstalter Alex Barendregt freute sich in diesem Jahr sehr über die Besucherzahl von 30 000. Hauptsponsor ist passender Weise der Make-up-Spezialist Kryolan. Das Festival zieht seit einigen Jahren auch immer mehr internationale Besucher und Aussteller an. Die Teilnehmer kamen aus allen Kontinenten mit Repräsentanten unter anderem aus Kolumbien und Brasilien, Kanada und USA, Südafrika, Korea bis Australien und Neuseeland. Von Musikbegeisterten, Kunstliebhabern und Fotografen aus aller Welt, für die es speziell, buchbare Fotobereiche gab, in denen die Models nach der Juryprämierung zur Verfügung standen, mischten sich die Besucher zu einem großen Schmelztiegel der Kulturen.



Besonders am Wochenende schien sich das Gelände in ein großes Partyareal zu verwandeln, wo ein paar Attribute ganz besonders vorherrschten. Gute Laune, strahlende Gesichter und große Begeisterung über die gezeigten Prachtstücke war allerorten förmlich greifbar. Ob beim Rundgang durch Bodypainting-City, wo man vielleicht doch den ein oder anderen Blick in die Zelte der Künstler erhaschen konnte, bei den vielen Ausstellern oder vor einer der zahlreichen Bühnen, auf welchen den ganzen Tagen abwechslungsreiches Programm mit DJ-Line-ups, human Beatbox oder einem Speakers Corner stattfand. Gegen Abend auf der Festivalwiese, wo getanzt, den Klängen der Bands gelauscht wurde und natürlich die hochkarätigen Präsentationshows der Models stattfanden, zeigte sich in zahlreichen lebendigen Kunstinstallationen die Bandbreite,  die Körperkunst auch abdecken kann.

Man wusste eigentlich gar nicht mehr, wo man zuerst hinschauen sollte, da allerorten Grandioses zu sehen war. Am Freitagabend fand zu nächtlicher Stunde ein weiteres optisches Highlight statt, der spektakuläre UV-Nachtwettbewerb, bei dem mit spezieller Leuchtfarbe gearbeitet wird, die unter Schwarzlicht erst ihre wahre, fluoreszierende Wirkung entfaltet. Natürlich muss dazu auch unter Schwarzlicht im Dunkeln gearbeitet werden, da nur so der Effekt kontrolliert werden kann. Fast unwirklich seilten sich dann gegen Mitternacht glitzernde Schlangenfrauen von der Bühnendecke ab, jonglierten Zyklonen und zottelige Aliens mit Leuchtreifen und schlichen schillernde Raubkatzen um Feuerbänder herum – ein optischer Overkill, der phantasievolle Träume bescherte. 



Vorab füllte sich das Gelände vor der großen Hauptbühne schon relativ früh, auch die Cowboyhutträgerdichte nahm erstaunlich schnell zu, hatten sich doch als musikalisches Highlight „The BossHoss“ angekündigt. Auch an den folgenden Tagen standen die musikalischen Acts dem in nichts nach. Die Stereo MCs, DelaDap und Starboys Steampunk Burlesque Circus waren nur einige, die die Menge zum Brodeln brachten, Laser- und Feuershows und ein abschließendes Riesenfeuerwerk über dem nächtlichen Wörthersee gestalteten einen wohl organisierten, ausgefeilten Rahmen um das ganze bunte Spektakel. 

Und natürlich gab es am Ende auch ein paar Gewinner, in acht Kategorien rund um Schwamm, Airbrush, Facepainting, von Amateuren über Profis und Special Effects wurden nach arbeitsreichen Tagen die begehrten Awards verliehen. Matteo Arfanotti aus Italien wurde Doppelweltmeister als sowohl weltbester Bodypainter der Kategorie Pinsel/Schwamm und auch als bester Facepainter. Der Amerikaner Scott Fray schaffte fast Unmögliches, nachdem er bereits in den vergangenen Jahren den Weltmeistertitel in den Bereichen Pinsel und Schwamm und Spezialeffekte erlangte, wurde er in diesem Jahr Weltmeister der Kategorie Airbrush, somit hat er als Erster alle drei Hauptkategorien gewonnen. Special-Effects-Bodypainting-Weltmeister wurde Houyam Hajlaoui aus Belgien. Den UV-Nachtwettbewerb gewann das Team rund um die Russin Marina Vakhlialina. Sein fulminantes Ende fand das Spektakel am Sonntagabend mit der großen Color-Splash-Party. Einige Liter Farbe standen bereit, um am Ende noch einmal die ganze Location inklusive der Besucher in knallig-bunte Farbmäntel zu hüllen. So kam auch das ganz normale Publikum am Ende selbst einmal in den Genuss, einige Eimer Farbe über sich ergießen zu lassen. In diesem Sinne – Paint the town! 
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Stand:25 April 2019 02:56:11/editorial/bodypainting+-+erotische+koerperkunst_175.html