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Heiße Eisen, harter Stahl

15.03.2019  |  Text: Cassidy Rose, Instagram: cassidyrose_ofthedevilsgarden  |   Bilder: janina-photography.de, Instagram: janinaphotography
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Heiße Eisen, harter Stahl
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Für aufregende Nächte bei Fetischpartys sucht TE-Kolumnistin Cassidy Rose immer neue, aufregende Outfits. In der Schmiede des Stahlpunks fand sie sexy Dessous und BDSM-Accessoires aus Metall – und hatte selbst ein heißes Eisen im Feuer
Es riecht nach Rauch und Metall in der Schmiede des Stahlpunks. Hitze strahlt uns entgegen. Mit Muskelkraft und Schweiß entstehen tragbare Kunstwerke aus Stahl. Vor dem Feuer ein Amboss: Der Schmied schlägt gekonnt auf ein Zwölf-Millimeter-Rundeisen. Seine Schläge: treffsicher und schnell, das glühende Eisen wirkt formbar wie Knete.

Heiß ist nicht nur die Luft in der Schmiede, sondern auch der Anblick der auf Büsten drapierten Metalldessous. Dass Metall so filigran wirken kann, wäre mir nie in den Sinn gekommen.

Wo bin ich? Wir sind in einem Naturschutzgebiet in Monschau-Mützenich auf einem freistehenden Pferde­hof, die Straße hoch liegt schon Belgien. Der »Vierzehnender«, so heißt das Gut, bietet Idylle wie aus dem Bilderbuch. Nicht nur Fotoreisende, Motorradfahrer und Wanderreiter sind herzlich willkommen, sondern auch Ruhesuchende und Kreative gern gesehene Gäste. Sie alle wollen unter Anleitung des Meisters das Schmieden lernen.



Ich habe das Model dabei, das mir beim Gedanken an Stahl und Metall als allererstes in den Sinn kam: Suma aus Köln. Stöbert man in ihrem Portfolio, findet man an ihr überall das Thema Metall. Unzählige Piercings, Schnallen und Ketten sind heiße Hingucker auf ihrem volltätowierten Körper. Suma, die auf der Stirn auffällige Silikonhörner trägt, ist für mich der Inbegriff von Punk, Offenheit und Freiheitsdrang. Sie versteht es, ihr modifiziertes Äußeres auch nackt bestens in Szene zu setzen, und liebt extravagante Outfits, die ihre stählernen Muskeln perfekt zur Geltung bringen.

Warum sind wir hier? Wir sind neugierig auf die vom »Stahlpunk« geschmiedeten Metalldessous und wollen vor allem eins: selbst schmieden. In der heißen Werkstatt auf Hof Vierzehnender bietet der Meister Workshops für jedermann an: Schmiedevorkenntnisse nicht vonnöten.
Josch alias »Stahlpunk« wurde das Handwerk in die Wiege gelegt, der gelernte Metallbaumeister stammt aus einer Handwerkerfamilie und wusste bereits in der siebten Klasse, dass er unbedingt einmal Schmied werden wollte. Nun schmiedet der Meister schon seit sechsunddreißig Jahren, davon seit gut zweiundzwanzig selbstständig und nach wie vor reizen ihn ganz besonders die künstlerischen Aufträge. Genau deshalb kam es neben Auftragsarbeiten für Tore, Zäune und Briefkästen zu den ungewöhnlichen Dessous aus Stahl.



Josch, der früher Punk war und heute immer noch leidenschaftlicher Motorradfahrer ist, liebt das Außergewöhnliche. Im Fernsehen sieht er die skurrilen Bühnenoutfits von Lady Gaga und beginnt mit dem Material Stahl zu spielen – sein Ziel: Metall zum Anziehen. Zeigen, was mit dem starren, kalten Material alles möglich ist. Seine Designs sind Maßanfertigungen und ausschließlich Handarbeit. Ehefrau Tina gefällt das gut: Sie wünschte sich von Josch ein Metalldessous so fein wie Spitze und trägt dieses nun entweder cool unter der Bikerjacke zum Motorradtreffen oder sexy zur frivolen Party, wo das gute Stück jedes Mal ein toller Gesprächsopener ist.

Wir bekommen aber nicht nur Tinas Dessous zu sehen, sondern stehen auch vor dem bisher aufwendigsten von Joschs Designs, einem Spinnen-BH aus Edelstahl. Für mich als Laie kaum vorstellbar, wie viele Arbeitsstunden in diesem Design wohl stecken mögen. Als Steampunk-Fan liebäugele ich persönlich aber direkt mit einem BH aus Kupfer und Messing und dem passenden Choker dazu.

Das Metall ist zuerst kalt und ungewohnt auf der Haut. Der Körper erwärmt es aber schnell

Ein paar der Metall-BHs bestechen außerdem durch einen gelungenen Materialmix: Sie bestehen aus Leder, Lack oder Satin, dazu Körbchen aus Metall. Sie herzustellen, ist auch im Workshop möglich. Die Teilnehmer kaufen dazu klassische Dessous und fertigen die stählernen Schalen gemeinsam mit dem Stahlpunk. Weiter an der Wand fällt mein Augenmerk schnell auf einen geschmiedeten Bondage-Ring. Solche Accessoires im einzigartigen Design schmiedet Josch auf Bestellung. So ist es möglich, den Rigger nicht nur an seinem Werk, also seiner individuellen Schnürung, zu erkennen, sondern eben auch am persönlichen Ring. Neben BDSM-Enthusiasten bestellen auch Dominas gern beim Stahlpunk. Handfesseln aus Metall, SM-Möbel, Keuschheitsgürtel, Halsringe und Spielzeug – an alledem hat der Schmied Spaß.



Tina zeigt uns ihren Ehering: Ihn und seinen eigenen hat Josch selbst aus Damaststahl geschmiedet. In dieser Verbindung ergeben die unterschiedlichen Eigenschaften zweier Metalle ein besonders gutes Ganzes, was als Symbolik einer Ehe romantischer nicht sein könnte.

Ich helfe Suma in den ersten Metall-BH und wir beide und Fotografin Janina sind erstaunt, wie schön sich das Dessous an Sumas trainierten Körper schmiegt. Ein sexy Hingucker, der nur durch den vollen Körpereinsatz des Models und ihr laszives Posing auf einem Berg Holzkohle getoppt wird.
Ich bin dran. Das Metall ist zuerst kalt und ungewohnt auf der Haut, doch erstaunlicherweise wärmt es sich durch die Körper­wärme rasch. Wie erwartet, gefällt mir der Steampunk-BH am besten, dicht gefolgt von dem Dessous, das Josch für Tina geschmiedet hat. Das Design erinnert mich durch die spiralförmigen und spitz zulaufenden Cups an einen Retro-Bullet-Bra.



Nach dem Shooting ist vor dem Schmieden. Suma, die in der Vergangenheit bereits einmal geschmiedet hat, gewährt mir den Vortritt und so stehe nun ich vor dem Amboss, in der einen Hand ein Rundeisen und in der anderen den Hammer. Das Ende des Metallstücks glüht. Ziel ist es, mit treffsicheren Schlägen das Eisen spitz zu schmieden. Was für ein Kraftakt! Ein bisschen Mädchen, ziere ich mich zuerst vor den Funken, die bei jedem Schlag spritzen. Doch ich habe meinen Spaß und glaube zu sehen, dass das Eisen nicht mehr so weit von »spitz« entfernt ist.
 
Nachdem wir beschließen, aus Zeitgründen keine BH-Schalen zu schmieden, und auch Suma die Muskeln am Amboss hat spielen lassen, belassen wir es bei zwei mehr oder weniger spitzen Rundeisen und jeder Menge Respekt für Josch. Für mich bleibt die Erkenntnis, dass ich mein Repertoire an Outfits für das nächste Fetisch-Event definitiv um etwas Eisen erweitern muss. Besonders die Kombi aus knappem Body und Metalldesign hat mir persönlich sehr gut gefallen.

Eure Cassidy
 

INFOS

Ein einfacher BH aus Metall startet beim Stahlpunk bei 200 Euro, ausgefallenere Designs liegen bei 400 bis 500 Euro und ganz verrückte Ideen wie der BH aus zwei großen Metallhänden kosten etwa 800 Euro. Es gilt: Je ausgefallener und arbeitsintensiver das Design, desto höher ist der Preis. Schmiedeworkshops kann man ab vier Stunden und 150 Euro pro Person einzeln oder in der kleinen Gruppe bis vier Personen buchen. Auch Gutscheine sind zu bekommen. Außerdem bietet der Hof Vierzehnender eine schöne Ferienwohnung mit Dachterrasse und Kaminofen für Übernachtungsgäste an.

www.stahlpunk.de
www.vierzehnender.de
² stahlpunk
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Stand:21 July 2019 09:33:13/editorial/heisse+eisen+harter+stahl_19311.html Warning: fopen(cache/7e93fb7b53eaf7c7619db81be4d1903a.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163