Heißer Kurztrip zum German Fetish Ball

12.07.2019  |  Text: Jula Reichard  |   Bilder: Gili Shani und Roman Kasperski
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Heißer Kurztrip zum German Fetish Ball
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Einmal im Jahr verwandelt sich Berlin in das Mekka für Fetischisten aus aller Welt. Beim German Fetish Ball kommt zusammen, wer Spaß an Sex, Latex, BDSM und mehr hat. Dabei beweisen die Besucher Ausdauer: Von Mittwoch bis Sonntag wird in der Stadt an vielen Orten ausgelassen gefeiert
Berlin ist nicht gerade für seine Prüderie bekannt und dennoch – trotz Sexclubs und Technoszene – lässt sich hier noch eine Schippe drauflegen: Einmal im Jahr, an einem Wochenende im Mai, geht es noch ein wenig schriller und wilder zu als sonst und die Hotelpreise schießen in die Höhe. Beim German Fetish Ball kommen Fetischisten voll auf ihre Kosten. Dafür haben die Veranstalter ein Party-Line-up ausgearbeitet, das für viele Geschmäcker etwas bereithält. In den Bezirken Berlin-Mitte und Friedrichshain finden an fünf Tagen gleich mehrere besondere Events unter der Flagge des GFB statt.

Passanten, die davon nichts ahnen, bekommen in den Tagen allerhand zu sehen: Latex, Lack, Leder und bezaubernde Paradiesvögel so weit das Auge reicht. »Wohin bist du denn unterwegs? Ist da gerade irgendwas Besonderes in Berlin? Du bist nicht die erste, die ich heute so sehe. Das ist Latex, oder?«, fragt der junge Taxifahrer mit verstohlenem, doch nicht abgeneigtem Blick in den Rückspiegel und solche Unterhaltungen führt man an diesem Wochenende häufiger.

Es sind Begegnungen wie diese, die die Teilnehmer des GFB auch stolz machen. Denn die sündteuren Outfits, die im Alltag luftdicht und lichtgeschützt verpackt neben Nadelstreifenanzügen und Kostümchen hängen, können in diesen Tagen vierundzwanzig Stunden lang ausgeführt werden. Und sie werden gesehen. Das genießen die zahlreichen Alternativemodels, die zusammen mit ihren Fotografen die sonnigen Stunden am Tag ausnutzen und in freier Umgebung Latex-Shootings machen, ebenso wie weniger ex-trovertierte Besucher, die sich unter Gleichgesinnten so präsentieren können, wie sie es am liebsten viel häufiger tun würden.

Auch Veranstalter Rene de Parade weiß, wie gerne Fetischisten ihre Leidenschaft ausleben, und hat im Timetable des diesjährigen GFBs dazu noch mehr Möglichkeiten geschaffen: Etwa mit der Fetish Cruise am Donnerstagnachmittag. Eine Spreerundfahrt in Latex – das ist selbst für Berlin außergewöhnlich. So schnell war sie allerdings auch ausgebucht, aus diesem Grund ist eine Erweiterung für 2020 in Planung. »Wir schauen gerade, ob wir nicht noch ein zweites Boot chartern können, um mehr Besuchern die Möglichkeit zur Teilnahme zu ermöglichen«, verrät Veranstalter Rene, der noch immer geflasht ist von der großen Resonanz zu seinem mehrtägigen Event.

Der GFB ist seit Jahren das Must-see im Terminkalender der Fetischisten – längst nicht mehr nur für jene aus dem deutschsprachigen Raum. »Dieses Jahr hatten wir sehr viele Kanadier dabei, nachdem die US-Amerikaner ja schon seit Jahren zahlreich zu Gast sind, hat es sich nun auch in den Norden rumgesprochen und mittlerweile machen die Nordamerikaner schon unseren skandinavischen Gästen zahlenmäßig Konkurrenz. Das ist toll, denn natürlich haben wir auch vereinzelte Gäste aus Hongkong, Japan, Neuseeland, Australien und so weiter, aber das sind einzelne Gäste. Doch wenn sich von weit her größere Gruppen zusammenfinden und einfliegen, dann freut uns das ungemein.« Kommt man mit den Jungs und Mädels von weit her ins Gespräch, etwa in den Play Areas des Kit Kat Clubs, wo es nach zwei Uhr nachts alles andere als züchtig zugeht, heißt es: »You Germans are insane crazy« Gefolgt von anerkennendem Grinsen. Für ein Land, dem immer wieder mangelnde Sexyness in Sachen Sprache, Style und Vorlieben unterstellt wird, gar nicht mal so übel.
 

Von Fickmaschinen aus Süddeutschland über Stahl-Choker aus Schweden bis hin zu stylischer Latexfashion – auf der Messe gibt es heiße Ware für alle Geschmäcker


Viele Besucher sparen das ganze Jahr über und kommen für dieses Wochenende nach Berlin, um ihren Urlaub zu machen, den sie sich einiges kosten lassen. Das VIP-Ticket gibt es für 135 Euro im Vorverkauf. Enthalten sind neben dem Eintritt zur Messe, die freitags und samstags tagsüber stattfindet, Zugang zum großen Ball am Samstagabend und zu einigen weiteren Partys am Donnerstag und Freitag. Was kaum bezifferbar ist: Die Unsummen, die sich die Teilnehmer das Event im Vorfeld kosten lassen. Denn Latex ist exklusiv und sehr teuer und mit Einsteigermodellen möchte sich auf Europas aufregendster Fetischparty keiner präsentieren. Da werden Outfits vom Scheitel bis zur Sohle minutiös mit größter Sorgfalt geplant. Catsuits oder Masken werden maßgeschneidert, farblich muss es abgestimmt sein – bis alles zueinanderpasst, ist gerne mal ein Tausender weg. Es geht natürlich auch etwas puristischer, die frühsommerliche Hitze in Berlin lässt es glücklicherweise zu, dass so manche Besucherin zu Latexstring, Nipple-Pasties und High Heels außer einem atemberaubenden Make-up nichts mehr tragen muss.

Statt Sonnencreme findet im Koffer des GFB- Besuchers das Silikon-Öl zum Polieren des Latex Platz und hier kommen wir zu einem weiteren Kostenpunkt: das Gepäck. Besonders für die vielen Gäste von weit her wird es hier wieder etwas tricky. Denn ganz casual für einen Wochenendtrip zum Handgepäck zu greifen, ist bei den aufwendigen Outfits, die im Köfferchen Platz finden müssen, kaum eine Option. Hinzu kommen Flugtickets, Hotelübernachtungen, Taxifahrten und unzählige Drinks an den Bars der Partylocations. Denn eines können GFB-Besucher: Feiern bis in den Morgen. Meistens ist es hell, wenn man dem jungen Taxifahrer erneut begegnet, der wenigstens jetzt keine Fragen mehr stellt.


Die Outfits für die besonderen GFB-Partys werden vom Scheitel bis zur Sohle mit großer Sorgfalt geplant


Wer noch Platz im Koffer hat, der kann diesen für die Heimreise mit den vielen schönen Sachen füllen, die er freitags und samstags auf der German Fetish Ball Fair kaufen kann. Auf der Messe stellen ausgewählte Hersteller Fashion, Toys und besondere Accessoires vor und der Platz hierfür wurde in diesem Jahr erweitert. »Die zweite Etage der Location in der Heerebäckerei war bisher immer vermietet gewesen, seit der Händler aber sein Lager geräumt hat, ist weitere Fläche für uns zum Anmieten entstanden. Unsere Messe ist ja leider immer durch das Platzangebot in der Mitte Berlins begrenzt, daher ist es toll, dass wir jetzt mehr Raum für Aussteller haben«, freut sich Rene. Von Fickmaschinen aus Süddeutschland über besondere handgefertigte Stahl-Choker aus Schweden bis hin zu stylischer Latexfashion von angesagten Label, ist hier für wirklich jeden Geschmack etwas dabei. Wer an der Gepäckobergrenze kratzt, der kann zum Andenken an das Berlin-Wochenende immerhin einen Buttplug oder eine feine Peitsche erstehen, was weniger Platz in Anspruch nimmt. Apropos Labels: Die Designerin Theresa Ziege, Kopf von Maniac Latex, hat an dem Wochenende gleich zweimal Grund zur Freude. Nicht nur wegen der großen Resonanz an ihrem Messestand, sondern auch wegen des begehrten »Designer of the Year«-Award, den sie am Samstagabend auf dem Ball entgegennimmt – unter tosendem Applaus der Besucher. Später auf der heißen Fashionshow präsentieren weitere Labels ihre Latexfashion und geben genug Kaufanreize für die Partyoutfits im nächsten Jahr.
 

Designer of the Year: Theresa Ziege hat Grund zur Freude, denn ihr Label Maniac Latex räumte einen begehrten Award ab. An ihrem Messestand hatte sie viel zu tun


Zu den Highlights des diesjährigen GFB zählt neben der legendären »Fetish Guerilla Revolution Party« im berühmt-berüchtigten Kit Kat Club sicherlich auch das »Femdom Dinner«, das erstmals stattgefunden hat: »Früher gehörte das Fetish-Dinner zum festen Bestandteil des German-Fetish-Ball-Wochenendes. Diese Tradition wollten wir wieder aufleben lassen, diesmal jedoch ganz unter dem Femdom-Thema. Zum einen, weil seit vielen Jahren schon viele Herrinnen, Dominas und Femdom-Paare das GFB-Wochenende bereichern, und zum anderen, weil meine Eventfirma Xklusiv dieses Jahr mit dem ›Triskelion Manor‹ seine erste reine Femdom-Eventreihe feiern wird und am großen Zuspruch merkten wir, wie groß der Wunsch nach einem Get-Together mit Gleichgesinnten ist«, erklärt der Veranstalter. Femdom, das steht für Female Domination, und geladen war, wer sich diesem Machtgefälle bei einem Dinner hingeben wollte. Auch hier war die Resonanz überwältigend und Rene prüft bereits, wie er das im kommenden Jahr ausbauen kann. Ein weiteres, auffälliges Highlight: Die vielen Paare, die das Wochenende gemeinsam besucht und viel Liebe und Sorgfalt bei der Wahl eines auffälligen Partnerlooks bewiesen haben. Wo es in der Mode sonst verpönt ist – denken wir an das Jeans-outfit-Debakel von Britney Spears und Justim Timberlake zurück –, so »in« ist es in der Fetischszene. Es war etwas ganz Besonderes, mit anzusehen, wie tief manche Besucher in Trickkisten griffen, um für den Wow-Effekt zu sorgen. Hier geht es um mehr als Fashion, es geht um Liebe und die offene Bekundung zum extravaganten und mutigen Lebensstil, den beide Partner teilen.

Das Paar Ian Dutton und Shea Hovey aus New York bangte etwa bis Samstagvormittag, ob ihr »Cute Bunny/Bad Rabbit«-Partneroutfit des Designers Dayne Henderson aus New Castle pünktlich eintreffen würde. Zusammen mit weiteren starken Outfits des Labels, die am Abend ausgeführt werden sollten, waren sie in einem Container, der gerade rechtzeitig ankam. Was für ein Happy End!

www.german-fetish-ball.de
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Stand:14 November 2019 22:48:48/editorial/heisser+kurztrip+in+die+hauptstadt_19709.html Warning: fopen(cache/6199b1b782a54edab875814f9a097fb2.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163