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Sarah Sharks - Mit Fashion-Fotos zum Beauty-Blog

04.03.2016  |  Text: Boris »Bobs« Glatthaar  |   Bilder: Sarah Sharks
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Sarah Sharks - Mit Fashion-Fotos zum Beauty-Blog
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Mit überzeugenden Aufnahmen, großartiger Retusche und eindrucksvollen Bildlooks hat sich Sarah Sharks in kürzester Zeit einen Namen als Fashion-Fotografin in Berlin gemacht. Gemeinsam mit Modedesignerin Cariin hat sie nun ein neues Projekt am Start: den Blog »The Curly Shark«.
Absätze klackern. Brutal wie Hammerschläge auf kaltem Stahl durchbricht ihr Hall die Stille im Foyer des Kronprinzenpalais zu Berlin, erreichen als lärmendes Echo die Ohren der strengen Concierge. So empört wie bangend kneift sie die Augen zusammen. Nichts darf die Modenschau stören, hier im majestätischen Prunkbau an der nobelsten Prachtallee der Hauptstadt, Unter den Linden. Klack, klack, klack. Nervös rückt die Empfangsdame ihre Brille zurecht, die in ihrem zarten Gesicht als schwarzer Trümmer genauso aufdringlich wirkt wie die glutroten Lippen und die massiven Brauenbalken. Sie trägt draußen den Style von heute, während im Saal der von morgen über den Parkettboden schreitet und irgendwo diese Absätze auf den marmornen Palaststufen hämmern. Jeder Schritt gleicht einem Angriff auf die Mission der eleganten Concierge.

Fotografin Sarah Sharks bekommt vom High Noon der High Heels, von diesem nervenzerrenden Trittschall-Thriller nichts mit. Im Saal ist der Elektrobeat dermaßen laut, dass die Empfangsdame ohne weiteres ihre Empörung hinausbrüllen könnte. Die Musik ist Teil der Präsentation einer jungen Designerin aus Wien, die in Berlin Mode studiert und 2014 mit einer Kollektion debütiert hat. »Sich selbst eine hohe Messlatte zu setzen, ist die eine Sache. Diese allerdings jedes Mal aufs Neue mit einem kinderleicht wirkenden Hops zu überspringen, die andere. Und vor allem ist dies die Sache von Marina Hoermanseder«, wird später über die Modemacherin im Blog thecurlyshark.com zu lesen sein, geschrieben von Sarah Sharks. Ein Kennerurteil.

Für sie ist es erst die zweite Show an diesem Donnerstag der Berliner Fashion Week, aber schon ist der enge Zeitplan dahin. Weil der erste Lauf später anfing, wird sie es womöglich gerade noch rechtzeitig zu den nächsten dreien schaffen. Kaum Zeit für ein Interview zwischendurch. Freizeitstress. Denn nicht ihr Job als Modefotografin hetzt sie derart, sondern der Blog, ihr neues Gemeinschaftsprojekt mit Freundin Cariin. Gestartet wenige Tage vor der hauptstädtischen Modewoche. »The Curly Shark« – Sarah ist Shark, Cariin ist Curly. Wer ihre Locken sieht, kann sich denken, warum.

»Der ganze Blog ist recht spontan entstanden«, sagt Sarah. »Ich hatte die Idee und habe Cariin gefragt, ob sie auch Bock hätte. Hatte sie. Wir wollten auf jeden Fall etwas über Fashion und Lifestyle machen, dann kam auch Beauty dazu. Drei oder vier Tage lang haben wir uns mögliche Namen für den Blog um die Ohren gehauen.« Als der feststand, trafen sich Sarah und Cariin fast zwei Wochen lang nahezu täglich und setzten ihr Projekt auf die Schiene, indem sie die Webseite erstellten, Visitenkarten entwarfen, erste Fotos schossen und Leute anschrieben. Notwendigkeiten mit Herzblut, denn beide lieben das Metier – Cariin ist studierte Modedesignerin. »Es ist ihr Job, andere zu kleiden«, sagt Sarah. »Und sie hat selbst einen coolen Style. Ich interessiere mich natürlich auch sehr für Fashion, habe eine Ausbildung im Bereich Textiltechnik und Bekleidung. Der Blog ist für mich eine Art Tagebuch, in dem ich mich durch Bilder und Text ausdrücke, Cariin sich durch ihre Mode.« Und beide haben durch ihre Berufe beste Kontakte in die Fashion- und Beauty-Szene. Die wollen sie nutzen, aber sich auf keinen Fall bei den Who’s who der Branche anbiedern, wie Sarah sagt: »Wir schreiben frei Schnauze. Wir sind ehrlich. Alles, was wir testen, empfehlen, Outfits, die wir posten, machen wir, weil wir das richtig cool finden. Wenn Produktsponsoring zur Debatte steht, dann werden wir uns treu bleiben und nichts empfehlen, was wir nicht mögen.«

Das Konzept scheint anzukommen: Schon in den ersten Wochen sind die Zugriffszahlen beachtlich. Angefangen bei etwa 90 Besuchern pro Tag, haben sich Curly und Shark inzwischen weiter gesteigert. Von 50 000 und mehr Klicks pro Monat, wie sie professionelle Blogger erreichen, sind die Berlinerinnen zwar noch entfernt, ihnen ist das Projekt aber vor allem eben ein Hobby, das nicht ins Abarbeiten ausufern soll. Dennoch wollen sie bis zu fünf Postings pro Woche veröffentlichen. Was ankommt und was nicht, haben Curly und Shark schon im ersten Monat beobachtet: Lifestyle-Themen sind bei den Usern beliebt, Fashion-Posts wie etwa Outfit-Präsentationen erzeugen weniger Klicks. Und das, obwohl beide doch vor allem daran so viel Freude haben – immerhin drehen sich auch ihre mit Leidenschaft gefüllten Berufsalltage hauptsächlich um Mode.

»Mit 15 oder 16 habe ich mich mit meiner damaligen besten Freundin gegenseitig geschminkt, wir sind dann raus auf dem Bauernhof oder in eine geile Straße und haben uns fotografiert«, erzählt Sarah. Für sie sei ab da eigentlich schon klar gewesen, dass sie entweder Make-up-Artist oder Fotografin werden wollte. Doch ihre ersten Versuche mit der eigenen Kamera machten sie unzufrieden und sie legte die Fotografen-Idee zunächst auf Eis. Stattdessen machte sie die Fachhochschulreife in Textiltechnik und Bekleidung, arbeitete nebenbei als Textildruckerin in einem Geschäft, in dem von der Handyhülle über die Babywickeltasche bis zum Kulturbeutel alles selbst genäht wurde. »Aber ich konnte mir nicht vorstellen, hauptberuflich in diese Richtung zu gehen.« Über eine Freundin gelangte sie schließlich an einen Fotografen, der eine Model-Agentur betrieb, sie versuchte es wieder mit der Kamera. »Er hat mich direkt nach der Schule als Praktikantin genommen. Ich durfte sein Studio, konnte sein Equipment nutzen und Models aus der Agentur für meine Aufnahmen fragen. Der Chef hat mir zwar geholfen, ich habe in Sachen Fotografie aber mein eigenes Ding gemacht, von Anfang an. Dazu gehörten auch die Konzeption und Koordination von Make-up-Artist und so weiter.« Nach einem Jahr kaufte Sarah dem Agenturboss eine Kamera ab und begann, auf eigene Faust zu arbeiten. Sie zog dafür nach Berlin.

Das ist noch gar nicht so lange her. Erst im November vergangenen Jahres machte sich Sarah offiziell selbstständig und ist seitdem weit gekommen: Mit Jobs für Studiofotografie, Auslandsshoots von Designermode und Aufträgen in Beauty-Retusche hochwertiger High-End-Fotos anderer Fotografen verdient sie nicht nur ihr Geld, sondern auch ihre Sporen. Und das erfolgreich, wie es scheint. Als im Kronprinzenpalais der Applaus aufbrandet, verlassen die ersten Fotografen den Saal. Es sind große Namen der Branche. Unter ihnen Curly und Shark.
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Stand:27 May 2019 04:39:34/editorial/mit+fashion-fotos+zum+beauty-blog_163.html