Mode: Always on the Run

09.09.2016  |  Text: Jules Kay  |   Bilder: Danny La Vega
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Mode: Always on the Run
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Streetstyle: Die Geheimtipps für den Herbst
Manchmal hat man das Gefühl, dass unsere vier Jahreszeiten einander mehr oder weniger verjagen wollen. Kaum ist die eine da, und man ist kurz davor, sich an sie zu gewöhnen, folgt schon die nächste. Daher war ich fast schon geschockt, als es wieder Zeit für die Herbstmodetrends war, habe ich gefühlt doch erst vor ein paar Tagen die Sommertrends verkündet.
So schön es auch sein mag Frühling, Sommer, Herbst und Winter erleben zu dürfen, so nervenaufreibend kann es für so manchen Fashionaddict sein, seinen Kleiderschrank zeitgerecht auf den neuesten Jahreszeitenstand zu bringen.

Nicht nur, dass es teuer werden kann, viermal pro Jahr den kompletten Kleiderschrank zu füllen, es ist schlichtweg auch nicht (immer) notwendig.
Ein paar qualitativ hochwertige Basics und dazu noch ein paar coole Accessoires, und man kann seinen Kleiderschrank im Prinzip nach den Jahreszeiten drehen.
Also, Trends hin oder her, es gibt Teile, die kommen nicht aus der Mode – besser gesagt, wir sollten durch stures Tragen verhindern, dass sie aus der Mode kommen. Ganz einfach.

Lack und Leder
Was Lack betrifft: Muss ich nicht unbedingt haben, außer auf den Nägeln. Aber Leder (Imitat, wenn möglich, bitte!) sollte in keinem Schrank fehlen. Mit dieser Meinung bin ich sicher nicht allein. Besonders, wenn es um Lederjacken geht. Sorry, aber was lässt einen im Herbst binnen Sekunden cooler aussehen als eine Lederjacke? Nichts. Wirklich nichts. Ich muss zugeben, die perfekte Lederjacke zu finden, ist nicht immer einfach. Das erklärt wohl auch, warum ich meine nun bereits seit fünf Jahren in Ehren trage. Aber mit Lederjacken ist es angeblich so wie mit Männern: Erst im Alter werden sie richtig gut und anschmiegsam. Also, die Herren der Schöpfung: Tut uns Frauen und auch euch selbst bitte den Gefallen, und legt euch eine Lederjacke zu. Ob mit Kapuze oder ohne, wir werden euch darin lieben, und ihr euch selbst garantiert auch.

Mein Block
Die Ladys unter euch, die gern mal Schuhe mit hohen Absätzen tragen, werden folgendes Herbst-Fashion-Problem sicher kennen: Ist besagte Jahreszeit schon etwas fortgeschritten – sprich: fällt das Laub von den Bäumen und es schüttet teilweise wie aus Eimern –, so wird das Gehen auf zarten Bleistiftabsätzen immer schwieriger. Nur die »alten Hasen« in Sachen High Heels unter uns trauen sich bei solcher Witterung ohne Knieschoner auf die Straße. Für diejenigen, die auf einen eventuellen Steißbeinbruch verzichten wollen: High Heels mit Blockabsatz sind die Lösung. Mit dieser Absatzform ersparen wir uns den »Ich hab mir in die Hose gekackt«-Gang über das nasse Laub. Blockabsätze lassen uns über das labbrige, feuchte Zeug stolzieren, wie sich das auch für uns gehört. Es gibt sie sogar schon mit fetten Gummiprofilen à la Dr. Martens.

Someone call the doc please
Seit 1947 kleiden Dr. Martens nun schon Füße. Wenn damals auch aus anderen Gründen als heute. Dieses Schuhwerk ist ein echter Klassiker und besonders an Herbsttagen sicher ein Must-have für Männlein und Weiblein. Ob zu engen Skinny-Jeans oder zu Hosen im Jogging-Look: Richtig kombiniert, kann dieser optisch doch recht klobig aussehende Schuh durchaus elegant wirken. Ladys können die Docs, gern kombiniert mit dicken Strümpfen, mit einem Kleid tragen. Wichtig ist nur, dass die Teile schön geputzt und gepflegt sind. Sonst kann aus dem coolen Brit-Style schnell der Schmuddel-Look werden.

Blusen über den Busen
Wenn ihr hier jetzt das Wort »Bluse« lest, stellt euch bitte nicht gleich diese weißen, altbackenen Teile vor, die schlecht gekleidete Sekretärinnen tragen. Durchstöbert mal diverse Onlineshops und ihr werdet merken, dass es die Teile in so gut wie jeder Variante gibt. Eng, locker, elegant, sportlich oder sexy. Mir persönlich haben es schon seit etwas längerer Zeit Blusen im 70er-Jahre-Stil angetan, also mit tiefem Ausschnitt und weiten Ärmeln. Dazu noch ein langer, gerade geschnittener Mantel und High-Waist-Jeans. Das perfekte Outfit für Dinner-Dates im Herbst. Warum? Man kann essen und trinken so viel man will und hat unter dem lockeren Stoff der Bluse immer noch genug Platz, um seinen vollgefressenen Wanst hängen zu lassen. Perfekt.

So schade es auch sein mag, dass der Sommer langsam aber sicher vorbei ist, sind wir mal ehrlich: Der Herbst ist und bleibt die Jahreszeit, in der wir stylingtechnisch die meisten Möglichkeiten haben. 35 Grad im Schatten lassen nicht viel Spielraum für modische Experimente. Da gilt ganz einfach: je weniger, desto besser.
Im Herbst kann man in Sachen Mode gut – wie soll ich sagen – die Spreu vom Weizen trennen. Diese Jahreszeit zeigt uns, wer wirklich etwas von Mode versteht. Warum? Ein zehn Gramm leichtes Sommerkleid überzuwerfen und darin gut auszusehen, das kann jeder. Aber fünf verschiedene Schichten Kleidung richtig zu kombinieren, ohne dabei wie ein Idiot auszusehen, das ist schon etwas für Fortgeschrittene. Denn wie immer gilt: Die Mischung macht’s. Nicht nur in Sachen Mode. 
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Stand:21 November 2018 10:05:19/editorial/mode+always+on+the+run_169.html