Fashion-Blog: Neues Jahr, neues Glück

04.03.2016  |  Text: Jules Kay  |   Bilder: Danny la Vega
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Obwohl schon ein paar Monate alt, hält das neue Jahr jetzt zum Frühling ein paar Highlights in Sachen Mode bereit. Designerin und Kolumnistin Jules Kay beschreibt ihre drei Must-haves.
Das neue Jahr liegt jetzt schon drei Monate hinter uns und so rücken auch unsere Neujahrsvorsätze immer weiter in die Ferne. Einen richtigen Neujahrsvorsatz hatte ich dieses Jahr eigentlich nicht. Das Einzige, was ich etwas reduzieren wollte, waren meine Langeweile-Halbschlaf-
Online-Shoppingtouren. Andere Menschen zählen, wenn sie nicht einschlafen können, Schafe, ich jedoch lege hunderte Artikel roboterartig in den Warenkorb meines Lieblings-Online-Shops. Wenn meine Müdigkeit noch nicht allzu weit vorangeschritten ist, bin ich meist noch in der Lage, besagten Warenkorb zu leeren. Des Öfteren passiert es mir jedoch,
dass ich den bereits automatisierten Ablauf des Bestellens abschließe. Circa zehn Tage später erreicht mich dann ein Paket, dessen Inhalt mich meist eher verwirrt als erfreut.

So füllt sich meine Kleiderstange (ich halte nichts von Schränken) mehr und mehr mit Teilen, die mir nicht passen oder einfach nur hässlich aussehen. Zumindest an mir. Dann, wenn sich diese Kleiderstange vor Gewicht zu biegen beginnt, ist es an der Zeit auszumisten.

Ich weiß von vielen meiner Freunde/innen, dass es ihnen schwerfällt, sich von Dingen zu trennen. Meist weil sie Kleidungstücke mit einem Erlebnis oder einer bestimmten Person verbinden. Oder einfach weil sie sich denken »Irgendwann wird sich schon die richtige Gelegenheit zum Tragen dieses neongrünen Minirocks bieten«. Ich persönlich bin jedoch der Meinung, wenn du ein neu gekauftes Teil nicht bei der ersten Gelegenheit anziehst, wirst du es wahrscheinlich auch nie tun. Und auch wenn man manche Teile mit schönen Momenten verbindet, muss man manchmal einfach loslassen und Platz für vielleicht besser sitzende Teile schaffen.

Darum mein Tipp an euch: Sagt den unnötigen Platzverschwendern »Bye bye«, spendet sie, oder verkauft sie auf diversen Flohmarkt-Apps, und startet in dieses Frühjahr mit so wenig Ballast wie möglich. Wem das als Ansporn nicht reichen sollte – je mehr ihr loswerdet, umso mehr Platz für Neues habt ihr.

Hier daher meine drei Spring-Must-haves in Sachen Mode: 

Romper – es gibt Einteiler in zig Varianten. Da es im Frühling doch noch kühl sein kann, empfehle ich die langbeinige Variante.

Strampler
Der deutsche Name ist das Einzige, was an diesem Teil unsexy ist. Darum wird dieser ganz einfach durch das englische Wort »Romper« ersetzt.

Es gibt den Einteiler in zig Varianten, aber da es im Frühjahr doch noch kühl sein kann, empfehle ich die langbeinige Variante. Was mich persönlich immer öfter dazu verleitet diese Teile zu kaufen, ist, dass sie so unkompliziert sind. Man muss nicht minutenlang überlegen, ob das Ober- auch zum Unterteil passt. Perfekt also für Tage und Abende an denen es mal schneller gehen muss oder man einfach keinen Bock auf das ewige Kombinieren hat.

Latz go Baby
Sie kommt, wie so vieles, aus den USA. Zur Zeit ihrer Erfindungen diente sie eigentlich nur als bequeme Arbeitskleidung von Farmern.

Heute sieht die Sache jedoch anders aus. Die Latzhose ist richtig getragen alltagstauglich geworden. Ich persönlich ziehe sie in ihrem Ursprungsmaterial vor. Jeans. Der Stoff sollte meiner Meinung nach aber nicht zu hell sein, sonst sieht man am Ende noch aus wie ein Krokodilfarmer aus Mississippi. Falls es so etwas überhaupt gibt. Ein eher dunkles Blau oder Schwarz lässt sie cool und elegant wirken. Wem der hochgeklappte Latz zu sehr nach Einschulung aussieht, kann ihn zum Beispiel auch auf Johnny Cool nach unten klappen. Tagsüber einfach mit ein paar Slip-ins und einem simplen weißen T-Shirt kombinieren. Abends dürfen es dazu ruhig auch spitze Pumps in einer flashigen Farbe sein.

Weiche Schale, harter Kern
Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich nicht der Meinung bin, dass das, was du trägst, auch gleich deinen Charakter verraten sollte. Kleidung sollte dazu da sein in andere Rollen schlüpfen zu können. Obwohl ich seit Neuestem einen Baseballschläger auf meinem Beifahrersitz liegen habe, man weiß ja nie, so schlüpfe ich auch ab und zu gerne mal in die Rolle der Lady. Dazu bietet es sich perfekt an, dass dieses Frühjahr feminine Kleider im Trend liegen. Fließende Stoffe und Pastelltöne lassen den härtesten Kern weich erscheinen. Dazu würde ich ein paar Riemchen-High-Heels tragen. Ohne Stripper-Plateau wenn möglich. Das nimmt dem Ganzen sonst den fragilen Touch.

Da die Herren der Schöpfung dieses Frühjahr ja kaum nackt auf die Straße können, auch für euch habe ich ein paar Tipps, wie dieses Frühjahr zumindest eure Optik die Herzen der Ladys höher schlagen lassen wird.

Gentlemens Club
Männer im Anzug mochte ich eigentlich nie. Das liegt aber wohl eher an meiner rebellischen Einstellung „netten Jungs“ gegenüber. Die lieben, braven Studenten tragen meist Sakko und Hemd oder Polo. Laaaaaangweilig. Das war meine Einstellung. Bis jetzt. Seit kurzer Zeit bemerke ich, wie ich immer öfter Männer in sagen wir mal adretter Kleidung interessant finde. (Leider sind diese eine fast ausgestorbene Spezies.) Vielleicht ist es meine innere Uhr, die versucht mich dazu zu bringen, mir endlich einen Mann für den Nestbau zu suchen. Keiner sagt, dass ein Typ in Jeans, weißem T-Shirt und mit Marlboro im Mundwinkel dazu nicht auch fähig wäre, nur scheint das mein 28- jähriges Ich nicht mehr zu glauben. Es will Jungs im Hemd. Bis obenhin zugeknöpft mit Fliege und Stecktuch. Aber bitte nicht in langweiligen Farben wie Grau und Braun. Wie auch im Herbst orientieren wir uns auch im Frühjahr farblich an Mutter Natur. Pink, Lila, Gelb, alles ist erlaubt. In der richtigen Dosis.

Bei der Wahl des Hemdes eher ein klassisches Muster wählen, wie zum Beispiel Weiß mit dünnen blauen Streifen, dann kann man bei der Farbe der Fliege und des Stecktuchs wenig falsch machen. 
Also, meine Herren, ihr müsst euch ja nicht immer wie Gentlemen benehmen, aber ihr könnt euch zumindest wie einer kleiden.
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Stand:18 February 2019 00:05:15/editorial/neues+jahr+neues+glueck_163.html