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POLE DANCE: Sport mit sinnlichen Moves

09.09.2016  |  Text: Boris Glatthaar  |   Bilder: Philipp Wülfing
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POLE DANCE: Sport mit sinnlichen Moves
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Pole Dance ist in erster Linie ein Sport, der weit über das hinaus geht, was Laien mit Animationstanz in Striplokalen ver­binden. Sexy aussehen soll es trotzdem.
Der Weg führt durch eine Einfahrt zu einem Barmbeker Hinterhof, ein altes Fabrikgebäude, weiß getüncht und im Industrieschick hergerichtet, als seien dort Design-Agenturen untergebracht. Tür rechts, durch das enge Treppenhaus hoch, dann eröffnet sich ein weitläufiger Raum mit braunem Parkett. Ein heller Saal mit vielen Fenstern und blühweißen Wänden, vor Kopf ein Graffito in stechendem Neon und die Flanke mit Spiegeln bis zur Decke verkleidet. Stangen aus Stahl allüberall, vorn am Eingang eine Lounge-Ecke. Keine Frage: Das hier ist kein schmieriges Striplokal, in das das Vorurteil den Pole Dance gemeinhin verortet, sondern ein stylisches Studio, in dem derjenige die Schuhe auszieht, der eintreten will. »Pole Dance ist in erster Linie ein Sport«, sagt Julia, die Hausherrin und inzwischen Inhaberin zweier Studios namens »Pole Your Body« in Hamburg.

Dass der Stangentanz von Kenntnislosen bis heute oft mit billigem Striptease gleichgesetzt wird, liegt daran, dass er in betont sexualisierter Aufführung noch immer ein häufiges Animierprogramm in dunklen Spelunken ist. In seiner wesentlich aufwendigeren Form ist Pole Dance aber seit jeher auch eine kunstvolle Darbietung in Zirkus und Varieté, die den Akrobaten einiges an Sportlichkeit, choreografischen Fähigkeiten, Körpergefühl und vor allem Training abverlangt. Inzwischen mehrt sich außerdem die Zahl vor allem weiblicher Anhänger, die selbst auf den Geschmack gekommen sind und Pole Dance als Sport für den ganze Körper oder als eine Kraft und Ausdauer fordernde Form von Ausdruckstanz begreifen. »Ich habe vor mehr als zwei Jahren angefangen, da war Pole Dance noch nicht so angesagt. Aber mittlerweile sind es auch in meinem Freundeskreis wirklich viele, die das schon ausprobiert haben oder ausprobieren wollen«, sagt Hobby-Pole-Dancerin Muriel. Sie betreibe den Sport einfach nur für sich selbst und ihren Körper, es gehe ihr gar nicht darum, anderen etwas zu zeigen.



Bei Inhaberin Julia ist das anders. Vom Tanz kommend, ist die zur Musik vollführte Stangenakrobatik für sie vor allem »eine Möglichkeit, mich tänzerisch auszudrücken. Ich muss es dabei gar nicht olympisch oder sogar als Wettkampf haben.« Bei anderen Pole Dancern wiederum könne das durchaus die Motivation sein: Viele gingen darin auf, immer schwierigere Choreografien perfekt umzusetzen und sich wie in anderen sportlichen Disziplinen gegenseitig zu messen. Immerhin sei das Schöne am Pole Dance, dass sehr schnell die ersten Erfolge sichtbar würden: Was dem Anfänger vor der ersten Stunde noch völlig unmöglich erscheine, könne dank grundlegender technischer Kniffe danach schon eine leichte Übung für ihn sein. Ebenso schnell zeige sich allerdings auch, wenn jemand gar keine Begabung für diese Sportart habe.

Obwohl es immer mehr Pole Dancer – weiblich wie männlich – gibt, die ihr Hobby vor allem als Sport begreifen, dürfe dieser durchaus auch eine anmutige Komponente haben und mithin sexy erscheinen, meinen viele der Ausübenden. Immerhin sei Körperästhetik allein schon in den fließenden Bewegungen elementarer Bestandteil der Sportart. Wie Tanzprofi Julia findet, passen deshalb auch Tätowierungen gut dazu: »Pole Dance und Tattoos haben viel mit Körperbewusstsein zu tun. Und ich persönlich finde es auch einfach toll, wenn da so etwas rausblitzt beim Tanzen.« 
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Stand:21 May 2019 19:52:41/editorial/pole+dance+sport+mit+sinnlichen+moves_169.html