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Fashion-Blog - Roadtrip in die goldenen 50er

03.06.2016  |  Text: Jules Kay  |   Bilder: Tom Binder
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Stilistisch geht es für Jules Kay in diesem Sommer ein paar Jahrzehnte zurück. Sie kombiniert Hautenges mit Langem, um die Kleidung theo­retisch »mal ohne Höschen« tragen zu können.
Menschen haben die Angewohnheit, am Ende einer langen Beziehung auf Veränderung zu setzen. Manche Dame verspürt urplötzlich den Drang, sich das Haupthaar auf ein Minimum zu stutzen. Andere wiederum kündigen ihre Jobs und reisen sechs Monate lang um die Welt. Da ich Ersteres schon nach meiner vorangegangenen Beziehung gemacht habe, werde ich jetzt die zweite Möglichkeit ausprobieren.

Als frischgebackene Studentin kann ich mich aber nicht einfach mal für sechs Monate verpissen. In diesem Sommer müssen wohl ein paar Wochen reichen. Ich habe mir daher geschworen, dass diese Zeit – in der ich Wien, die Stadt meines Herzens, und ihre mir mittlerweile auf den Sack gehenden Einwohner hinter mir lasse – die beste meines Lebens wird.

Genaue Pläne gibt es eigentlich noch nicht; ich hasse es zu planen, vor allem das Planen von Reisen. In meinem Kopf spielt sich daher bis dato nur eine fast schon kitschige, klischeehafte Szene ab: 30 Grad, ein Cabrio, aus den Boxen ertönt »Drive« von Incubus (wer es nicht kennt: Anhören und auf den Text achten!), Wind weht durch mein Haar (in meiner Fantasie ist es da endlich wieder länger), eine Zigarette steckt im Mundwinkel und meine Füße ruhen am Armaturenbrett, während ich den Nacken eines schönen, tätowierten Mannes streichele. Er fährt mich in Richtung Süden. Eitel, wie ich nun einmal bin, sind besagter Mann und ich in meiner Fantasie natürlich perfekt gekleidet. Wäre das nicht so, könnte man ja denken, wir führen nur mal schnell zum Milchholen.

Ich muss offen und ehrlich gestehen, den oben genannten schönen, tätowierten Mann an meiner Seite zu finden, war zu meiner Verwunderung einfacher als das Zusammenstellen einer Sommer-Roadtrip-Garderobe.
Und das ging so: Immer, wenn ich diese Road-Trip-Fantasie habe, findet sie nicht im Hier und Jetzt statt, sondern eher in einem Sommer der 50er Jahre. Das Schöne an dieser Zeit ist, dass Frauen noch Frauen und Männer noch Männer waren – liebe Feministinnen, damit meine ich nicht, dass Frauen nur zuhause Kinder hüten und Männer sich Zigarre rauchend bedienen lassen sollen. Ich beziehe mich rein auf die Kleidung. Wenn ich mir die Stilikonen der 50er Jahre so ansehe, dann haben Audrey, Marilyn, Bettie, Elisabeth und Ava stylingtechnisch unter anderem eines gemeinsam: high waisted Shorts. In allen Farben. Das Schöne an denen ist, dass Mädchen mit einer zarten Figur wie Audrey Hepburn sie genauso tragen können wie kurvige Bombshells à la Marilyn. Sie können ruhig auch mit hohen Schuhen kombiniert werden. Keilabsätze sind bei diesem Stil typisch.

A wie Auffallen
Weil sie so schön ist, bleiben wir bei der Mode der 50er Jahre. Dazu gehören auch high waisted A-Line-Röcke. Wem das nichts sagt – ganz einfach: hoch geschnittene, meist knielange Röcke in A-Form. Also quasi nach unten breiter werdend. Nichts ist so weiblich und sexy wie ein A-Line-Rock im Sommer. Dazu kombiniert man am besten ein simples Crop Top oder ein Bustier. Was ich persönlich an den A-Line-Röcken am besten finde: Die Länge ist perfekt, um sie im Sommer auch mal ohne Höschen darunter zu tragen. Dann wird auch der Mann an eurer Seite nicht immer nur um den beliebten Mini bitten.
Ich möchte dem roten Faden entlang der 50er gern auch bei einem einfachen Sommer-Tipp für Herren folgen: Diejenigen, die meine vorausgegangene Kolumne gelesen haben, wissen, dass ich behauptet habe, Marlboro rauchenden James-Dean-Verschnitten abgeschworen zu haben. Oder: Dass ich den Glauben an sie verloren habe. Ich wurde eines Besseren belehrt. Egal wie sexy ein Mann in Hemd und mit Fliege auch sein mag, nichts geht über die bösen Jungs in weißem T-Shirt. Die, die in engen Jeans am Auto lehnen und auf dich warten, wenn sie dich abholen. Genau diesen gilt es für ihn im Sommer zu verkörpern. Keine T-Shirts, die auch als Kleid durchgehen könnten. Wir wollen etwas weniger Justin Bieber, dafür etwas mehr James Dean.

Simple T-Shirts mit Rundhalsausschnitt in den Grundfarben (es muss nicht weiß sein), enge Jeans und dazu ein schönes paar Sneakers oder Slip-ins. Da Bärte auch diesen Sommer immer noch ein beliebtes Accessoire in der Herrenwelt sind, hier ein kleiner Tipp, was das Styling eurer Gesichtsbehaarung angeht: Ich bin ein großer Fan von bärtigen Männern und denke behaupten zu können, dass Bart nicht gleich Bart ist. Gönnt eurer Gesichtsbehaarung also ab und zu mal einen Besuch beim Profi-Barber. Der schönste Mann ist nämlich nur halb so schön, wenn der Bart in seinem Gesicht aussieht wie ein gerupftes Huhn.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß beim Kofferpacken. Wohin es diesen Sommer geht, ist doch ganz egal – der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.
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Stand:16 June 2019 16:04:02/editorial/roadtrip+in+die+goldenen+50er_165.html