Sinnlich-Süßes Honeyland

15.03.2019  |  Text: Jula Reichard  |   Bilder: HellFox
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Sinnlich-Süßes  Honeyland
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Funktioniert Fetisch an einem Sonntag? Auf der ersten Honeyland in Essen ja. Statt Kaffee und Kuchen gibt es Latex, Bondage und Frivoles zum Ausprobieren
Statt sonntags in die Kirche zur Predigt oder zum Großtantchen an den Kaffeetisch ging es in Essen neulich ins Partymekka Delta, um auf der »Honeyland« einen Nachmittag lang der Lust am Fetisch zu frönen. Schon am Abend zuvor gab es eine Pre-Party zum Beschnuppern und Warmwerden. Netter als mit lustiger Karaoke, abwechslungsreicher Musik, die sich nicht nur düsterer Dark-Wave-Klängen bediente, und wunderschönen Gästen hätte man sich kaum auf den kommenden Tag einstimmen können. Sonntagsmittags öffnete das Delta dann erneut seine Tore für die erste Ausgabe des Fetisch-Jahrmarkts Honeyland. Zugegeben, es ist ein ungewohntes Gefühl, an einem Sonntagmittag in Latex-Catsuit, auf Plateau-High-Heels oder angeleint das Haus zu verlassen. Doch das hielt viele Neugierige oder bereits begeisterte Fetischisten nicht davon ab, das zu tun und eben genau so gekleidet das neue Event zu besuchen.

Junge Partygäste im Konfettiregen neben in Latex gekleideten Femdom-Pärchen: In Essen fiel vor allem auf, wie vielseitig die Gäste sind

Noch einmal bei Tag betrachtet wird deutlich, welch imposante Kulisse das Delta bietet – ein Glücksgriff. Rauer Industrie-Look trifft quietschbuntes Dekor, das von einem LSD-Trip inspiriert sein könnte. Die Location bietet viel Platz und unterschiedlichste Räume. Ideal für den großen Laufsteg, auf den man von verschiedenen Plätzen aus eine tolle Sicht hatte, oder für die Aussteller, die ihre Kleidung, Spielzeuge und mehr noch präsentierten. Mehrere Bars, Chill-out-Areas, Tanzfläche und natürlich auch eine gut ausgestattete Play-Area finden im Delta zusätzlich ohne Mühe Platz. Langweilig wurde es zu keiner Zeit, dafür sorgten gut getaktete Bühnenshows und imposante Walking-Acts, die das Publikum verzauberten. Das Thema Sex stand bei der Honeyland nicht wie der große rosa Elefant im Raum. Die Mischung aus Erotik und Kunst, Party und Fetisch stimmte und so legten viele szenefremde Besucher ihre Berührungsängste schnell ab. Es gab keinen Dresscode, das machte es einfach. Dennoch sah man unter den Besuchern viele, die ihre liebsten Latex-Teile ausführten oder manch einen, der bis auf Schuhe ganz auf Kleidung verzichtete. Wie heißt es zwar so abgedroschen und dennoch wahr? »Alles kann, nichts muss.«

Das eingespielte Team von RopeEmotion zeigte live auf der Bühne eine sinnliche Shibari-Nummer – die erotische Kunst des Fesselns, die ihren Ursprung in Japan hat

Fetischevents, wenn auch nicht jedem so auf Anhieb geläufig, gibt es viele in Deutschland, darunter Party­reihen, Festivals und Messen. Seit rund einem Jahr mischt jetzt auch der Fotograf und Veranstalter Michael Küttner mit, der zuvor mit der Fetischszene kaum Berührungspunkte hatte. »Als Fotograf arbeitet man mit sehr vielen verschiedenen Menschen zusammen und natürlich lernt man dann auch mal das ein oder andere Model kennen. Wenn dieses Model dann auch noch aus der Fetischszene kommt und dir berichtet, was es da so alles zu erleben gibt, und du generell schon nebenbei sehr gerne Events organisierst, dann weckt es das Interesse. So haben wir uns einige andere Fetischpartys angeschaut«, erzählt der 36-jährige Fotograf aus Mülheim an der Ruhr. Seine Frau Svenja und er waren sehr angetan von ihren ersten Exkursen in die Welt der besonderen Feiern, trauten sich aber auch zu, einen neuen Ansatz zu wählen und ein paar Dinge anders machen zu können. Vor einem Jahr luden Michael Küttner und sein Team dann zur ersten »Flowers & Bees«-Party ein, die sich in rasantem Tempo vom Geheimtipp zum Must-see entwickelte. Mittlerweile sind die Tickets heiß begehrt und häufig schon vor der Nacht der Nächte ausverkauft. Michael Küttners Events – seien es die »Flower & Bees« oder der neue Fetisch-Jahrmarkt Honeyland – ziehen ein lebendiges, junges und aufregendes Publikum an. Spätestens hier wird deutlich, dass es sich nicht um die Kopie einer längst etablierten Fetischparty handelt. Zuweilen hatte man sogar das Gefühl, sich nicht in Essen auf einer Party zu befinden, sondern irgendwo im pulsierenden Berlin, wo gerade junge Menschen offen für Neues und Spaß an hedonistischem Vergnügen haben. Aber in Sachen Party ist das Ruhrgebiet eben traditionell auch weit vorn.



Für September planen die Küttners die zweite Auflage der Honeyland und in der Zwischenzeit finden weitere Partys für wilde Bienchen statt. Die Veranstalter scheinen ein Plätzchen in der Fetischszene gefunden zu haben und schaffen den Spagat, auch szenefremde Menschen für Nächte – oder Sonntage – dieser Art zu begeistern. »Es ist eine andere Welt. Jeder sollte es zumindest mal ausprobieren«, rät der Fotograf.

Weitere Events:
30. März 2019 »Flowers & Bees«-Party
7. Juni 2019 »Flowers & Bees«-Party
1. September 2019 »Honeyland« (mit Pre-Party am Vorabend)

Location:
DELTA ESSEN (Eingang Schöner Alfred), Westendhof, 45143 Essen

www.flowersandbees.de | Facebook: Flowers & Bees | Instagram: flowersandbeesparty
 

Interview mit  Michael Küttner
36 Jahre, Fotograf und Veranstalter



Seit einem Jahr veranstaltest du die »Flowers & Bees«-Party. Hattest du keine Bedenken, ob eine weitere Fetischreihe überhaupt angenommen wird?
Nö. Wie gesagt, wir hatten ja auch absolut nichts mit dieser Szene zu tun und kannten ein oder zwei Partys in dieser Richtung. Also haben wir es einfach gemacht. Aber eben so, wie wir es nach unseren Vorstellungen gerne hätten. Wir haben nicht erst großartig geschaut, was andere machen. Das war unser Erfolgsrezept. Wir sind definitiv anders. Und genau das kommt ja so gut an bei den Gästen. Endlich mal was anderes aus diesem Bereich. Schöner, bunter, ausgefallener, kreativer, sympathischer, mit einem Konzept dahinter und viel Liebe zum Detail. Verschiedene Welten, verschiedene Musikrichtungen und eben vieles, was uns bei den anderen Partys fehlte.

Jetzt hast du Honeyland ins Leben gerufen – was war deine Vision?
Die Reise sollte weitergehen. Wir haben nach einem Jahr »Flowers & Bees« von der Fetischszene natürlich megaviel gelernt, Feedback bekommen und wollten auch nie einschlafen und uns auf dem Erfolg der »Flowers & Bees« ausruhen. Wir haben zum Beispiel immer wieder das Gleiche gehört, auch von Leuten aus unserem Umfeld: Dass alle wirklich gerne mal vorbeischauen würden, aber sich absolut nichts drunter vorstellen können und erst recht nichts dafür zum Anziehen haben. Uns erging es damals genauso. So dachten wir uns, warum nicht etwas erschaffen, wo jeder Interessierte einfach mal nur reinschnuppern kann. So wurde nun Honeyland geboren. Wir führten das Konzept der Blumen und Bienen weiter aus und erschufen eine andere Welt, die es erlaubte, Neugierige in die Szene einzuführen. Es entstand ein ziemlich verrückter Fetisch-Jahrmarkt. Es gibt auf der Honeyland keinen Dresscode, es gibt Aussteller und Shops, die Kleidung für solche Partys anbieten. Man kann Party machen, spielen oder sich sogar tätowieren lassen.

Was macht die Honeyland außerdem besonders?
Das Hauptaugenmerk wurde definitiv auf Shows und Walking-Acts gelegt. Wir wollten den Gästen die Fetischszene zeigen und sie davon begeistern. Eine bunte Mischung aus Feuer, Erotik, Fetisch, Travestie, Bondage, Pole, Gesang und vielem mehr wurde hier geboten. Man konnte sich von einem Designer die Modenschau anschauen und direkt danach zu seinem Stand gehen und die Kleidung kaufen. Na ja, das packten wir eben alles unter ein Dach auf einen Sonntag und dann auch noch tagsüber. Warum nicht?

War es nicht ein bisschen verrückt, ein Fetischevent für einen Sonntagnachmittag zu planen?
Total! Und genau das war es, was uns daran reizte. Wir wollten wieder einmal was erschaffen, was es vorher noch nicht gegeben hat. Kaum einer konnte sich vorstellen, dass das funktioniert. Und es hat funktioniert, aber sowas von.

Wie zufrieden seid ihr mit der Feuertaufe von Honeyland?
Wir sind megazufrieden. Wir hatten sehr, sehr viele Stammgäste der »Flowers & Bees«-Party, viele aus der Fetischszene, aber auch genauso viele Interessierte. Der Januar war für die Erstveranstaltung nicht ganz einfach und viele Aussteller und Gäste waren sicherlich skeptisch gegenüber dem, was wir da vorhatten. Das Konzept ging aber definitiv auf, die Resonanz war bombe und natürlich wird es somit auch eine Fortsetzung geben.

Das heißt, ihr macht in Sachen Honeyland weiter?
Ja, und der nächste Termin steht auch schon. Es wird Sonntag, der 1. September 2019. Am Abend davor machen wir auch wieder die kleine Pre-Party »Honey Bee Warm-up« zum Warmwerden. Die nächste Honeyland wird definitiv größer. Wir planen mit dreimal mehr Ausstellern und hoffentlich noch mehr verrückten, wunderbaren Gästen und neuen Interessierten. Seid gespannt!
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Stand:19 September 2019 05:10:27/editorial/sinnlich-suesses++honeyland_19311.html Warning: fopen(cache/7ed9779d02c42d1c64c5b3524748b3c1.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163