Alexei Bazdarev - Vollendete Fotografie

09.09.2016  |  Text: Boris Glatthaar  |   Bilder: Alexei Bazdarev
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Alexei Bazdarev - Vollendete Fotografie
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Alexei Bazdarev ist Perfektionist. Innerhalb von nur sechs Jahren hat sich der heute 27-Jährige zielsicher vom fotografischen Laien mit Spaß an sexy Bildern zu einem der besten Fashionfotografen Deutschlands entwickelt.
Fürs Interview eine Stunde, mehr ist nicht drin. Alexei Bazdarev ist seit Kurzem erst von einem Shooting zurück, den nächsten Auftrag hat sein Manager gerade von der Fashion Week mitgebracht, nach dem Wochenende muss der schon fertig sein. Model, Location und Mitarbeiter sind allesamt noch nicht klar und auf dem Schreibtisch stapelt sich der Bürokram. »Ich habe eigentlich immer eine To-do-Liste, die ich konsequent abarbeite«, sagt der Fotograf. »Das Problem ist nur: Wenn drei Punkte gestrichen sind, kommen sechs neue hinzu.«

Viel Arbeit ist einerseits klare Begleiterscheinung großen Erfolges, denn immer mehr Kunden aus dem Modesegment wollen ihre Kampagnen und Lookbooks kompromisslos von dem Wahl-Düsseldorfer geschossen haben. Seinen klaren, kontrastreichen und farbig brillanten Fashionaufnahmen setzen deutschlandweit längst stilistische Maßstäbe. Andererseits hat Alexei aber auch deshalb alle Hände voll zu tun, weil er sich selbst pausenlos fortentwickelt. Er analysiert immer wieder seine fotografische und geschäftliche Lage, überlegt genau, wohin er will, und arbeitet gezielt an seinen Fähigkeiten und seinem beachtlichen Portfolio. Anders als viele andere Kreative, ist der 27-Jährige kein chaotischer Schöpfergeist, der sich vom Zufall zur nächsten Inspiration tragen lässt und ganz impulsiv hin und wieder ein geniales Werk raushaut, sobald die Muse ihm gnädig war.



Vielmehr ist der gebürtige Moskauer ein effizienter Selbstoptimierer, der mit strategischem Geschäftssinn, enorm viel Fleiß und einem unstillbaren Durst auf neues Fachwissen seine Ziele zu erreichen versucht – und das bisher ausgesprochen erfolgreich. In all seiner Planmäßigkeit ist der Fotograf allerdings kein bisschen kühl, sondern brennt vor mitreißender Leidenschaft für das, was er tut. Überhaupt ist Alexei kein verbissener Streber, sondern ein lockerer Typ mit einem Faible für sportliche Streetwear und Sneakers, der im Interview ein Bier trinkt und in launige Plauderstimmung gerät: »Ich würde kein Foto schießen, auf das ich keinen Bock habe.« Die Sache ist freilich: Seine Begeisterung gilt dem vollendeten Foto, nicht dem Bild, das einfach nur gut ist.

Dass Alexei sowohl kreativ ist als auch stets an der besten Lösung orientiert, spiegelt sich auch in seinem Hauptberuf: Der 27-jährige Maschinenbauingenieur ist seit vier Jahren Projektmanager in der Entwicklung von Hochgeschwindigkeitszügen.  »Ich habe meine Arbeitszeit aber in diesem Jahr reduziert, weil ich mich stärker auf die Fotografie konzentrieren und irgendwann komplett davon leben will«, sagt er. Dass er sich erst seit 2010 überhaupt ernsthaft mit Fotos beschäftigt, erscheint angesichts seines ebenso umfangreichen wie hochwertigen Werkspektrums  beinahe unglaublich.

Schon immer mit der kleinen Knipse und dem Camcorder unterwegs hielt Alexei bereits als Jugendlicher gern einfach drauf: Beim Streetball, beim Reisen, bei allem Alltäglichen, was ihm vor die Linse kam. Im zweiten Ingenieurssemester nahm er die Spiegelreflexkamera eines Freundes in die Hand »und merkte, dass damit alles viel geiler wurde«. Er begann, Fotografenblogs zu lesen, schaute Tutorials, probierte Bildbearbeitung aus – und erkannte, dass er vor allem in People-Fotografie aufging. »Ich habe da eine richtig fette Leidenschaft entwickelt und gemerkt, dass das mein Ding fürs Leben ist.« Alexei lernte immer weiter, wuchs schnell über das Niveau von Hobbyknipsern hinaus, denn er orientierte sich an den ganz großen Fotografen der Welt.

Bei diesem Shooting mit Vivien Gutmann verband Alexei Bazdarev Urlaub und Arbeit auf der Insel Ko Phi Phi miteinander

Eher aus eigenem Interesse als aufgrund von Nachfrage wandte er sich der sexy Fotografie zu, holte erst befreundete Damen vor sein Objektiv, dann Laien-Models. Zugleich erfuhr er vor allem über die sozialen Netzwerke immer mehr Zuspruch. Fotografisch schnell auf exponiertem Level angekommen, entschied sich Alexei vor zwei Jahren, den Erotikbereich weitgehend zu verlassen. »Ich war mit dem sexy Thema für mich durch und brauchte eine neue Herausforderung.« Von der hohen Fotokunst in Modemagazinen wie Elle, Haper’s Bazaar und Vogue auf den Geschmack gebracht, entschied er sich, ins Fashionsegment zu wechseln. »Ich wollte ganz klar zu den erfolgreichen Marken und dahin, dass nicht mehr die Models mich für Shootings bezahlen, sondern die Modeunternehmen. Also habe ich mir ein paar Tage lang mein Portfolio und meine Webseite angeschaut und eine Bestandsaufnahme gemacht: Was habe ich schon? Was brauche ich noch? Dann habe ich losgelegt.«

Weil er insbesondere wegen seines bereits gewonnenen Images nicht von jetzt auf gleich einen harten stilistischen Schnitt wagen und nur noch Mode fotografieren wollte, baute er sich geschickt eine Brücke und entfernte sich über Lingerie und Swimwear immer weiter von sinnlicher Fotografie hin zum Fashion-Style. Vor einem Jahr dann erneut eine Analyse: »Ich habe anhand meiner Fotos festgestellt, dass ich dorthin gekommen war, wohin ich wollte, dass ich aber sehr viel on location geshooted hatte. Also habe ich mich im Sommer drei Monate lang mehr oder weniger ins Studio eingeschlossen, um auch gute Studioaufnahmen für mein Portfolio zu haben.«

Trotzdem erregen weiterhin vor allem seine Fotos im aufwendigen Set massiv Aufmerksamkeit, nicht zuletzt, weil Alexei kaum mit Tiefenschärfe arbeitet und in seinen Fotos viele Details erkennbar bleiben. »Ich brauche die Blende eigentlich nur fürs Licht, nicht dafür, irgendetwas im Hintergrund unscharf zu haben. Ich finde, dass die Fotos doch gerade dadurch spannend sind, weil man viel erkennt.« Seine Außenshootings in Europa, auf Bali, in Thailand oder in den USA sind deshalb nicht einfach mal eben umgesetzt, sondern erfordern viel Vorbereitung. Für eine etwas mehr als zweiwöchige Produktion in Miami etwa plante er lange von Deutschland aus, flog mit Manager, Make-up-Artist und zwei Assistenten dorthin, mietete sich in eine Villa ein, suchte vor Ort über bekannte Agenturen die passenden Profi-Models, erkundete vier Tage lang alle infrage kommenden Locations und die Lichtverhältnisse, so dass er in zwölf Tagen ohne große Überraschungen ganze zwölf Strecken durchschießen konnte. »Den letzten Schliff gebe ich den Fotos in der Nachbearbeitung«, sagt Alexei. »Dort erhalten sie zum Beispiel mein typisches Colour Grading.«  Das ist inzwischen derart beliebt, dass er seine Farbschemen erfolgreich als Presets verkauft – an Laien wie Top-Fotografen überall auf der Welt.
 

Alexei Bazdarev - Mehr als Fotos

Der gebürtige Moskauer zog mit seinen Eltern im Alter von 13 Jahren nach Wesel am Niederrhein. Er studierte Maschinenbau und arbeitet hauptberuflich als Ingenieur und Projektmanager in der Entwicklung von High-Speed-Zügen. Erst 2010 begann der heute 27-Jährige professionell mit der Fotografie und gehört bereits jetzt zu den angesagten und stilprägenden Fotografen im Nude-, Lingerie-, Swimwear- und Fashionsegment. 

Alexei Bazdarev ist nicht nur Fotograf, sondern bietet etliche Services, die sich im Laufe der Zeit aus seinen Shootings entwickelt haben. Über seine Webseite verkauft er seine Presets für Lightroom, Capture One und Camera Raw, demnächst sollen Lighting-Setup-Anweisungen hinzukommen. Außerdem lässt Alexei seine Fotoshootings nicht nur für eigene Image-Clips von professionellen Videografen mitschneiden, sondern liefert auch seinen Kunden auf Wunsch entsprechende Filme für ihr Marketing. Selbst die Models und deren Agenturen profitieren vom Footage des Fotografen: Sie können die Bewegtbild-Sequenzen in ihre Sedcards einbinden und potenziellen Kunden
damit einen Eindruck vermitteln, wie sie sich vor der Kamera bewegen.

www.alexeibazdarev.com
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Stand:17 October 2019 05:55:37/editorial/vollendete+fotografie_169.html Warning: fopen(cache/b50b61ad61756f7d66330750c3536d44.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163