Fashion-Blog: »Walking in a winter shoppingland …«

04.12.2015  |  Text: Jules Kay  |   Bilder: Tom Fux
Fashion-Blog: »Walking in a winter shoppingland …« Fashion-Blog: »Walking in a winter shoppingland …« Fashion-Blog: »Walking in a winter shoppingland …« Fashion-Blog: »Walking in a winter shoppingland …« Fashion-Blog: »Walking in a winter shoppingland …«
Fashion-Blog: »Walking in a winter shoppingland …«
Alle Bilder »
Ihr Kinderlein shoppet ... So würde im Jahr 2015 wohl ein neu komponiertes Weihnachtslied beginnen. Denn, wenn wir ehrlich sind, hat Weihnachten für die meisten schon lange nicht mehr viel mit Familie, Tradition und Besinnlichkeit zu tun. Leider.
Schon Anfang September werden uns im Supermarkt weihnachtliche Lebkuchen nachgeschmissen. Natürlich kann das auch daran liegen, dass die Industrie sich so sehr um uns sorgt und uns daher früh genug darauf hinweisen will, uns Winterspeck anzufressen. Sie wollen ja nicht, dass wir während unseres Weihnachtsshoppingmarathons vom Fleisch fallen. Oder können die werten Herrschaften es vielleicht kaum erwarten, uns unser, Anfang September noch nicht vorhandenes, Weihnachtsgeld aus der Tasche zu ziehen? Man weiß es nicht.

Jedenfalls habe ich mir überlegt, was ich allen Lesern zu Weihnachten schenken könnte. Ich schenke euch euer Geld beziehungsweise ich helfe euch dabei, dass etwas mehr davon in euren Portemonaies bleibt. Vielleicht für nützliche Dinge wie einen Bikini. Die sind ja dann Anfang Februar wieder zu haben. Wie ich das mache? Ich liste euch anfangs ein paar Teile auf, die ihr diesen Winter nicht braucht, weil sie einfach Winter-Fashion-Fauxpas sind.

The ugly boot
Ich gebe zu, ich hatte sie auch. In Schwarz. Ja, sie waren bequem. Ja, sie waren warm. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man damit aussieht, als hätte man Bettpatschen an. Wenn besagter Stiefel dann noch vier Saisons alt ist und man nicht mal mehr auf der Sohle geht, spätestens dann sollte man das Haus erst wieder verlassen, wenn man wieder Flip-Flops tragen kann.

Noch dazu kommt, dass für diese Stiefel ziemlich viele Tiere auf ziemlich grausame Art und Weise getötet werden. Sie sind also nicht nur äußerlich, sondern auch charakterlich ziemlich hässlich. Daher diesen Winter lieber zu etwas Stylischerem greifen. Wie zum Beispiel Ankle Boots, die gibt es sogar aus veganem Leder.

Leggings. Legouts
Viele Damen werden sich jetzt denken »Was redet die?!«. Ich jedenfalls bin der Meinung, dass Baumwollleggings nichts anderes sind als Strumpfhosen. Strumpfhosen mit Produktionsfehler. Weil es scheinbar ziemlich oft bei der Produktion vorkommt, dass einfach die Füße fehlen, dachten sich die Strumpfhosenhersteller »Hey, wir nennen die Teile Leggings und verkaufen sie der Damenwelt als neuen Trend!« Hat ganz offensichtlich funktioniert. Man hätte vielleicht aber eine Gebrauchsanweisung dazulegen können. Auf dieser würde dann stehen: Bitte nur mit Teilen kombinieren, die die Rück-­ und Vorderseite der Körpermitte bedecken.
 
 
Haarige Angelegenheit
Nichts ist so schön wie Pelz. Wenn ihn das Tier trägt, dem er gehört. Pelzkragen, Pelzbommelmützen oder Pelzmäntel sind mein persönliches Top-Winter-No-­ Go. Ich denke, was das Tierleid angeht, muss ich nicht viel sagen, es ist nicht nur grausam, sondern vor allem nicht notwendig. Wir leben nicht am Nordpol. Wir drohen nicht zu erfrieren. Und auch wenn, würde uns ein Fellkragen oder eine Fellbommelmütze nicht davor bewahren. Wem gewisse Tierarten jedoch nicht am Herzen liegen, weil man keinen großen Bezug zu ihnen hat,  die meisten15-€-Fellbommelmützen werden aus Hunde- oder Katzenfell hergestellt. Nur zur Info. Vielleicht ist das ja Grund genug, um diesen Winter auf sie zu verzichten.

Mode macht auch im Winter Spaß, selbst wenn es manchmal mit Komplikationen verbunden ist. Wie zum Beispiel das »Entschälen«. Damit meine ich die Hitzewallungen in einer kleinen Umkleidekabine, während man gefühlte 100 Schichten Gewand vom Körper schälen muss. Aber auch das kann die Shopperholics unter uns nicht stoppen. Für all diese, hier ein paar Winter-2015-Must-Haves.
 
 
You’re so fake
Ich habe meine Top-Online-Shops durchgesehen und war ziemlich erfreut, muss ich gestehen. Unter der Kategorie »Jacken und Mäntel« findet man sie in allen Variationen. Mäntel, Jacken und Gilets aus »Fake Fur«. Ich kann mich noch erinnern, dass unechter Pelz vor einigen Jahren noch wie ein unter die Räder gekommenes, unter Haarausfall leidendes Wiesel ausgesehen hat. Zumindest habe ich es so in Erinnerung.

Mittlerweile ist das nicht mehr so. Die Teile, die es jetzt gibt, sind weich und kuschelig warm. Man könnte fast meinen, man hätte sich aus der Mähne des letzten Einhorns eine Jacke geknüpft. Da »Fake Fur«-Jacken eher voluminös sind und daher leicht auftragen können, sollte man sie eher mit engen Hosen kombinieren. Ob abends mit High Heels oder tagsüber mit Chelsea Boots, zu diesem winterlichen Must-have passt, richtig kombiniert, eigentlich alles.

Black velvet
Viele von uns hatten in ihrer Jugend dieses eine Outfit. Ein Outfit, das nur einmal im Jahr getragen werden durfte. Nämlich zu Weihnachten. Viele von uns haben zu diesem Outfit keine gute Beziehung. Bei mir war es ein Kleid. Blutrot. Kleiner Stehkragen, vom Hals bis zur Hüfte aus Wolle bestehend. Kratzige Wolle. Rund um die Hüfte eine Reihe dicker Rosen aus Seide. Der untere Teil war ein Ballonrock aus Samt. Ich habe es gehasst.

Vor allem den Teil aus Samt. Diesen Winter habe ich beschlossen, meine Abneigung gegen dieses glänzende Material abzulegen. Warum? Weil es, wenn es nicht mit kratziger Wolle kombiniert wird, ziemlich cool aussehen kann. Schwarze High-Waist-Samt-Shorts, dazu ein kurzer grobgestrickter Pulli, blickdichte Strumpfhosen und Boots. Das richtige Outfit für die Bar. Unter dem Strickpulli vielleicht einen schwarzen Body oder ein enges Top mit Spaghettiträgern tragen, falls die Nacht im Club endet.

Die nächsten beiden Must-Haves gelten für Jungs und Mädchen. Unisex-Must-haves also.

Alle Jahre wieder
Vielleicht denkt ihr euch jetzt, dass mir die Ideen ausgegangen sind, wenn ich euch sage, dass ich von Mützen spreche. Dem ist aber nicht so. Es gibt nun mal einfach Teile, die kommen nicht aus der Mode. So auch die Mütze. Wenn wir ehrlich sind, ist sie mit ein Grund, warum wir den Winter mögen. Coole Mütze, coole Brille ist gleich cooles Outfit. Bad hair days? Kenn ich nicht. Dank diesem kleinen Wegbegleiter sieht man im Winter einfach fast immer gut aus. Ich finde, man kann Mützen ruhig zum Hingucker eines Outfits werden lassen. Es müssen nicht immer die altbekannten schwarzen Beanies sein. Es kann auch ruhig mal etwas Auffälligeres sein. Etwas, was einem vielleicht komplett schwarzen Outfit das gewisse Extra verleiht.

Your in the Navy now
Meine Damen, meine Herren, auch Reefer Jackets sollten diesen Winter nicht in euren Kleiderschränken fehlen. Für alle, die nicht wissen, was genau das ist, diese Teile wurden früher oft von Seemännern getragen. Dabei handelt es sich um Mäntel, mittellang bis lang, aus dickem wolligem Stoff mit großem Kragen und Goldknöpfen. Im Oversize-Stil können sie perfekt mit einem dicken Strickpulli und klobigen Boots kombiniert werden.

Einmalig
Einige von uns wären im Winter gerne Tiere des Waldes. Viele von ihnen halten nämlich Winterschlaf. Könnte ich Winterschlaf halten, dann in einem Onesie. Frei übersetzt ist das ein Einteiler. Mütze, Pyjama und Socken in einem. Zusammengehalten von einem Zippverschluss der das Ein-­ und Ausstiegen aus diesem herrlichen Teil so einfach macht, dass es fast schon lächerlich ist. Ich weiß natürlich, dass es sich hierbei nicht unbedingt um ein Teil handelt, das man auf der Straße tragen würde. Der Weg abends zur Tanke ist jedoch stylingtechnisch völlig in Ordnung damit. Aber im Winter geht es doch auch darum, es sich zuhause, am besten mit Leuten, die man liebt, gemütlich zu machen.

Ich wünsche euch daher entspannte Wintertage und all jenen, die Weihnachten feiern, frohe Weihnachten.
  Teilen
Topseller im Shop
Topseller im Shop
Stand:21 November 2018 10:04:41/editorial/walking+in+a+winter+shoppingland_1511.html