Was ziehe ich nur an?

16.03.2018  |  Text: Jules Kay  |   Bilder: Nina Suzuki, www.ninasuzuki.com/Haare und Make Up: Jules Kay/Male Model: Mario Liebert
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Was ziehe ich nur an?
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Sich morgens vor der Arbeit noch schnell ein Outfit zusammenzustellen, kann ganz schön stressig sein. Kolumnistin Jules Kay hat fünf Tipps, mit denen der Morgen kleidungstechnisch entspannter läuft – und Zeit für Wichtigeres bleibt.
6.30 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Dreimal »Schlummern« gedrückt. 6.45 Uhr.
Schnell unter der Dusche die Zähne geputzt. Nass und verschlafen steht man dann in ein Handtuch gewickelt vor dem Kleiderschrank und stellt sich die täglich selbe Frage: Was soll ich anziehen?

An einem Samstagvormittag wäre das ja nicht so schlimm. Unter der Woche wird die Entscheidung aber oft zur Qual. Die meisten unter uns, so auch ich, wählen dann wohl den leichtesten Weg: Bequem soll es sein, wir tragen es schließlich den ganzen Tag. Bequem. Ja. Klingt eher unspektakulär? Ist es oft auch. Meist neigen wir dazu, Dinge zu kombinieren, von denen wir wissen, dass sie zusammen funktionieren. Wie Schokolade und Vanille. Was unsere Outfits angeht, müssen unsere Kollegen also keine Hellseher sein, um zu ahnen, was wir montags im Büro tragen werden. Ich habe mich daher auf die Suche begeben. Auf die Suche nach Hilfe, die uns unser Leben in den Morgenstunden erleichtern soll. Herausgekommen sind kleine Tipps und Tricks, mit denen sich bei wenig Aufwand viel Zeit sparen lässt.
 

Tipp 1: Abendplanung
Tipp 1 gebe ich in der Annahme, dass diejenigen, die diese Kolumne lesen, Spaß an Mode haben. Spaß am Kombinieren, Variieren und Experimentieren. Wenn das bei dir nicht so ist, überspringe diesen Tipp einfach. Denn er setzt voraus, dass man sich abends schon mit dem großen Thema des nächsten Morgens auseinandersetzt. Man plant strategisch und gezielt. Wir legen uns unsere Teile, wie es Mutti früher für uns getan hat, einfach schon am Vorabend bereit. Time saved: Mindestens fünf Minuten. Simpel, aber definitiv effektiv.

Tipp 2: Ordnung
Wie sagt man immer und immer wieder? Ordnung ist das halbe Leben. Bei der morgendlichen Frage, was wir tragen sollen, ist Ordnung ausgesprochen hilfreich. Wenn Pullover XY unter einem Berg von Klamotten nach Aufmerksamkeit schreit, können wir ihn schlecht hören. Liegt er jedoch feinsäuberlich, vielleicht sogar nach Farbe sortiert, auf seinem Platz, dann springt er uns förmlich ins Gesicht. Time saved: Mindestens fünf Minuten, die morgens darüber entscheiden könnten, ob wir uns zuhause noch eine Tasse Kaffee erlauben oder besser die Coffee-to-go-Variante wählen.

Tipp 3: Mehr Geld für weniger
Ein prall gefüllter Schrank sieht auf den ersten Blick spannend aus. Ist er jedoch mit undurchdachten Ramschteilen gefüllt, wird die Suche nach etwas Passendem in knapper Zeit noch schwieriger. Daher lautet die Devise: Weniger Geld für absolute Trendteile ausgeben, dafür etwas mehr in zeitlose Klassiker investieren. Ich persönlich denke: Was zeitlose Klassiker ausmacht, ist ihre Eigenschaft, mit anderen Teilen eine Einheit bilden zu können. Sie passen immer zu etwas, was gerade voll im Trend liegt. Das macht es wert, in sie zu investieren. Ich kann mir morgens jedenfalls sicher sein, dass mein gerade im Trend liegender Oversize-Hoodie zum vor fünf Jahren gekauften, geradlinig geschnittenen Wollmantel in klassischen Farben passt. Time saved: fünf Minuten.



Tipp 4: Ausmisten
Ich liebe es auszumisten. Ich bin kein Horter oder Fashion-Messie. Ausmisten befreit Schrank und Seele. 6.30 Uhr morgens: Spätestens jetzt wirst du mir für diesen Tipp danken. Die Logik sagt uns doch schon: Wenn wir nur Teile im Kleiderschrank haben, die wir auch wirklich tragen, müssen wir weniger durchforsten. Und mit »wirklich tragen« meine ich nicht dieses eine Mal, damals in den 90er Jahren, sondern in einem Zeitraum, der nicht länger als sechs Monate zurück liegt. Ganz logisch eben. Time saved: fünf Minuten.

Tipp 5: Blenden
Wer mit Tipp 1 bis 4 nicht viel anfangen konnte, dem bleibt nun nichts anderes übrig, als vom morgendlichen Zeitmangel gekonnt abzulenken. Die Taktik: Blenden und täuschen. Uns Frauen sagt man gerne nach, wir seien wie Elstern, wir liebten alles, was funkelt und glänzt. Daher wird Schmuck unser Erste-Hilfe-Pflaster für den modischen Notfall. Ketten, Ringe, zarte Armbänder, Uhren oder auch Gesichtsschmuck können auch das langweiligste Schwarzer-Pulli-dunkle-Jeans-Outfit aufwerten und zum Hingucker machen. Am besten gut sortiert nach Material – Gold, Silber oder Bronze –, so erspart man sich lästiges Suchen und Kramen nach dem richtigen Stück. Time saved: fünf Minuten.

Nun hast du einige Minuten gespart und könntest zum Beispiel noch bei einer Tasse Kaffee oder Tee gemütlich die Zeitung lesen, die Kinder mal zur Schule fahren, hundert Sit-ups machen oder dir etwas Leckeres und Gesundes für die Mittagspause richten. Oder einfach mal eine Runde herrlichen Guten-Morgen-Sex mit dem Partner einschieben. Denn am Ende zählt doch wirklich nur eines: Die Summe an Zeit, die uns für die wirklich wichtigen Dinge bleibt.

 
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Stand:17 August 2018 03:26:37/editorial/was+ziehe+ich+nur+an_18313.html