Das Pony Outfit – Ein Tag mit Trense, Schweif und Hufen

12.07.2019  |  Text: Cassidy Rose  |   Bilder: Joshua Oberhaus
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Das Pony Outfit – Ein Tag mit Trense, Schweif und Hufen
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Als »Katze« war TATTOO-EROTICA-Autorin Cassidy Rose schon für ihre Kolumne zum Thema Latex-Masken unterwegs. Jetzt will sie eine weitere Fetisch-Spielart ergründen: Für diese Ausgabe schlüpfte sie in ein Pony-Outfit und sprach mit Latex-Fetischistin Maria Schmidt über das Spiel mit Trense, Schweif und Zügeln
Stelle ich mir Pferde vor, so kommen mir zunächst  Wildpferde in den Sinn. Sie sind ungebändigt, kraftvoll und haben ihren eigenen Willen. Sie strotzen nur so vor Stärke. Sie sind frei und können sehr temperamentvoll sein. Wer diese Geschöpfe einfangen oder gar zähmen möchte, muss viel Geduld und Durchsetzungsvermögen aufbringen. Aber auch ihre domestizierten Artgenossen sind großartige Tiere: Stolze Rassen wie beispielsweise die barocken Friesen einerseits oder die galanten Englischen Vollblüter andererseits beeindrucken den Betrachter durch ihre Kraft und zugleich durch ihre Eleganz und Anmut. Das Fell dieser herrschaftlichen Wesen glänzt wundervoll, der Schweif und die Mähne verleihen ihnen eine aristokratische Grazie, ihre Haltung spricht von Stolz. Hat ein Pferd Vertrauen zum Reiter, kann es bei allem Eigenwillen gehorsam, diszipliniert und lernbereit sein.

Es verwundert daher nicht, dass Rollenspiele im Petplay-Bereich mit Pferd und Pony in der Fetischszene sehr beliebt sind. Auf Fetischpartys habe ich bereits das ein oder andere menschliche Latex- oder Lederpony gesehen. Ihre Auftritte sind immer imposant und die Outfits von der Mähne bis zum Huf perfekt durchdacht. Einige dieser glänzenden »Tiere« haben auch direkt ihre Besitzerin oder Besitzer dabei, diese haben die Zügel fest in der Hand. So manches Latexpony wird auch vor einen Sulky gespannt. Optisch ist das jedes Mal ein Eyecatcher, aber ich frage mich, wie sich wohl ein Nicht-Petplayer fühlt, wenn er selbst einmal mit Pferdetrense und Gummihufen ausstaffiert wird und jemand anders die Zügel in der Hand hält.
 

»Meine Vorliebe gilt Latex und Gummi, aber auch High Heels und Gasmasken haben ihren Reiz für mich. es Muss nicht immer ein Vollgummi-Outfit sein, ein schönes Kleid und ein Kostüm hängen ebenso in meinem Kleiderschrank«


Bereits während meines Selbsttests in Sachen Latexmasken in der TATTOO-EROTICA-Ausgabe 43 ist eine verspielte Katzenmaske zum Einsatz gekommen und die Neugier zum Thema Petplay ließ mich seit dem nicht los. Ich beschloss daher, nach einer Person mit einem kompletten Petplay-Outfit zu suchen, das auch ich anprobieren konnte. Mein persönlicher Outfit-Favorit
war ein »Pony«.

In einer rustikalen Scheune treffe ich die bekennende Latexfetischistin Maria Schmidt. Eine perfekte Kulisse für meinen heutigen Selbsttest. In der geräumigen Scheune kommt echtes Stallfeeling auf. Das frische Stroh wird dekorativ in einer Schubkarre verteilt, die Karotten und Äpfel machen sich gut in der rustikalen Weinkiste, der Arbeitsbock dient als Halt für den schönen, alten Pferdesattel und die ländlichen Wagenräder sind echte Hingucker vor dem gestapelten Brennholz. Jetzt nur noch den nostalgischen Teppichklopfer neben dem Scheunentor befestigen – und fertig.

Die neunundzwanzigjährige Maria ist im Besitz eines beeindruckenden rot-schwarzen Latexpony-Outfits mit vielen Details wie einer Maske mit stehender Mähne und Ohren sowie Ponyhufen und einem Rossschweif aus Kunsthaar, der an einem Latexgürtel angebracht wird und dadurch in der perfekten Körperhöhe sitzt. Von so viel Glanz in der Hütte, äh Scheune, bin ich wirklich überwältigt. Was für eine beeindruckende Erscheinung! Geradezu magisch fühle ich mich von Marias Schweif angezogen. Ich kann es einfach nicht sein lassen, mit ihm zu spielen. Kurz bin ich versucht, ihrem Schweif eine hübsche Flechtfrisur zu verpassen, kann mich aber gerade noch bremsen. Während des Shootings bleibe ich zuerst »Mensch« und darf Maria am Zügel führen oder ihr neckisch einen Apfel unter die Nase halten. Ich merke, dass man mit Zügeln in der Hand direkt ein dominantes Verhalten entwickelt. Anschließend leiht Maria mir ihre Hufe und so bekomme ich ein gutes Feeling dafür, nichts mehr anfassen zu können und komplett auf Hilfe angewiesen zu sein. Ein ungewohntes Gefühl.
 

»Ich will mit meinem Fetisch nicht abschrecken, sondern die Menschen begeistern und Interesse wecken«


Für meinen Praxisversuch habe ich außerdem Pony-Kopfgeschirre von »Rabenleder« dabei, einer Manufaktur für Fetish-Fashion. Es handelt sich um aufwendige Einzelanfertigungen mit echten Gebissen. Ich kann es kaum erwarten, die Geschirre anzuprobieren. Von der Optik bin ich extrem begeistert, denn ich liebe ausgefallene Fetish-Fashion. Das Gebiss im Mund zu tragen und somit nur noch nuscheln zu können, fällt mir als sehr mitteilungsbedürftiger Person deutlich schwerer als mit Marias Huf-Handschuhen nichts anfassen zu können. Im Stillen denke ich mir: »Meinen Mann würde das sicher freuen, mal ein paar ruhige Minuten zu haben.« Doch keine Zeit für ruhige Minuten, ich habe Fragen an Maria.
 

Maria, du bezeichnest dich selbst als Fetischistin. Was genau ist dein Fetisch?
Maria: Meine Vorliebe gilt Latex und Gummi, aber auch High Heels und Gasmasken haben ihren Reiz für mich. Dabei muss es nicht immer ein Vollgummi-Outfit sein, ein schönes Kleid und ein Kostüm hängen ebenso in meinem Kleiderschrank. Das Gefühl, der Geruch und die Haptik und vor allem der Glanz sind für mich sehr wichtig. Es darf ruhig auch etwas enger sein.

Wie viel Raum nimmt dieser Fetisch in deinem Leben ein?
Maria: Es kommt immer darauf an, wie meine Stimmung ist. Je nachdem, ob gerade ein Event, Party oder Shooting stattfindet. Aber auch so integriere ich Latex in meine Freizeit. Ein paar schöne Stunden zu zweit im Outfit schaffen einen guten Ausgleich zum Alltag. Der Fetisch ist ein Teil meines Lebens, aber eben auch nicht alles.

Teilt dein Partner deinen Fetisch?
Maria: Ja, und das ist ein Riesengeschenk, jemanden zu finden, der die gleichen Vorlieben teilt. Gerade im Bereich Fetisch kommt es hier auf Details an, Fetisch ist nicht gleich Fetisch.

Wann und wo trägst du dein Latex-Pony-Outfit?
Maria: Mein Lieblings-Pony-Outfit trage ich am liebsten auf Events unter Gleichgesinnten.

Wie viel kostet so ein gesamtes Pony-Outfit?
Maria: Gut verarbeitete und hochwertige Latex-Outfits haben ihren Preis. Das können schnell mal mehrere hundert Euro sein. Mein Pony-Outfit ist sehr aufwendig, Ponyhufe, Harness, Korsett, Catsuit, Handschuhe, Stiefel, Halskorsett und zu guter Letzt die wichtigsten Accessoires, der Schweif und die Maske. Der Gesamtpreis liegt bei circa 1.800 Euro.

Wie fühlst und verhältst du dich, wenn du dein Latex-Pony-Outfit trägst?
Maria: Wenn ich mein Outfit trage, schlüpfe ich in eine andere Rolle. Dabei fühle ich mich stolz und sexy. Ich übernehme ein paar Attribute von Pferden, die mir gut gefallen, und mische sie mit menschlichem Verhalten. Das heißt nicht, dass ich wie wild wiehere, aber ich verändere meine Körperhaltung.

Besitzt du noch weitere Latex-Petplay-Outfits?
Maria: Latex-Outfits besitze ich unzählige. Wenn es um Petplay-Outfits geht, bin ich auch gerne mal als Katze unterwegs – Miau.

Und was sind für dich die Unterschiede?
Maria: Pferde sind starke und elegante Tiere, die sich aber auch gerne führen lassen. Katzen hingegen sind eher verspielt und haben ihren eigenen Kopf.

Ist dein Outfit stimmungsabhängig?
Maria: Es hängt immer davon ab, ob ich gerade dominant oder etwas devoter unterwegs bin und wie meine aktuelle Stimmungslage ist. War beispielsweise meine Arbeitswoche sehr anstrengend, bin ich froh, wenn ich die Zügel mal abgeben kann.«

Für dich ist das Pony-Outfit dennoch etwas Besonderes – warum?
Maria: Ich genieße die Blicke und den Auftritt, den ich damit habe. In der Latexszene tragen nicht viele so ein aufwendiges Pony-Outfit mit derart vielen Accessoires und das macht es zu etwas Besonderem für mich.

Wie sexy und erotisch findest du Pet- und Ponyplay?
Maria: Das Spannende am Rollentausch für mich ist zu beobachten, wie mein Partner sich verändert. Im Alltag ist klar, wie der andere tickt, das aber ändert sich mit dem Outfit. Grundlegend gilt das auch für den Fetischismus und insbesondere den Latexfetisch: Man kann sich frei entfalten und in eine andere Rolle schlüpfen. Such dir aus, wer du sein willst, und lebe diesen Charakter.

Was meinst du, warum sind Petplay-Spiele als Pferd oder Pony so beliebt?
Maria: Die Menschen haben seit Jahrtausenden ein besonderes Verhältnis zu Pferden. Die Tiere werden gezähmt und geritten, hier bieten sich für das Thema Petplay viele Spielmöglichkeiten wie zum Beispiel Dressur und Erziehung an. Die Eleganz und die Anmut von Pferden faszinieren nicht nur Petplayer, sondern auch diejenigen, die nichts mit Fetisch zu tun haben.

Ist ein Pony in seiner Rolle immer unterwürfig?
Maria: In der Regel lässt sich beim Spiel zwischen den Partnern eine Entwicklung beobachten. Anfangs ist vieles noch nicht eingespielt und das Pony wild und ungezähmt. Nach einiger Zeit sind die Rollen aber klar verteilt, wobei das Pony klassischerweise von seinem Besitzer dominiert wird.

Welche Möglichkeiten gibt es für Petplayer, ihren Fetisch auszuleben? Gibt es dafür spezielle Events oder Orte, an denen man trainieren kann? Welche Accessoires gibt es?
Maria: Es gibt eine große Community. In ihr können sich Gleichgesinnte verabreden und es gibt Gelegenheiten, seine Ponys zu voltigieren, zu trainieren und vor den Sulky zu spannen. Von größeren Events habe ich schon gehört, war aber selbst noch nicht da. Was Accessoires angeht, gibt es eine große Auswahl, zum Beispiel Trensen, Zügel oder Hufe. Dabei muss es nicht immer Latex sein, auch Leder ist sehr beliebt.

Würdest du auch mal auf solche größeren Events gehen?
Maria: Wer weiß, was sich ergibt. Als Fetischist habe ich generell eine offene Grundhaltung.

Hast du dein Pony-Outfit schon einmal in der Öffentlichkeit, also außerhalb von Fetisch-Events getragen?
Maria: Da es sich hierbei um ein sehr spezielles Outfit handelt, überlege ich mir sehr genau, wie ich in der Öffentlichkeit wirke und wo ich es tragen kann. Ich will mit meinem Fetisch nicht abschrecken, sondern im Gegenteil die Menschen begeistern und Interesse wecken. Einmal war ich im Rahmen eines Shootings nach Absprache auf einem Pferdehof unterwegs. Hier waren die Reaktionen auf das Outfit sehr positiv, es wurden Fragen gestellt, Selfies mit mir gemacht, die dann auch als Hintergrundbild für den Hof benutzt wurden.

Wie sind generell die Reaktionen, wenn du dein Latex-Pony-Outfit trägst?
Maria: In der Szene kommt das Outfit supergut an, der Wiedererkennungswert ist unglaublich hoch. Ich ernte viele Blicke und Komplimente, worüber ich mich natürlich sehr freue. Auch werden mir sehr viele Fragen zum Wie und Woher des Outfits gestellt. Als Pony bist du nie allein auf der »Wiese«.

Gibt es abschließende Worte, die du zum Thema Rollenspiele und Petplay sagen möchtest?
Maria: Lebt euer Leben so aus, wie ihr es für richtig haltet. Richtig ist das, was sich für euch gut anfühlt, und nicht das, was die Gesellschaft meint, vorgeben zu müssen.

Maria, ich danke dir für die spannenden Einblicke!
 

Nach dem Gespräch mit Maria bleibt mein persönliches Fazit aus dem Selbstversuch: Die Pony-Kopfgeschirre sind für mich optisch einfach der Wahnsinn. Der Tragekomfort ist super. Das echte Gebiss ist für Petplayer, die Accessoires für ein realistisches Rollenspiel suchen, ganz sicher unverzichtbar und macht den besonderen Reiz aus. Für mich als Nicht-Petplayer wären die Pony-Kopfgeschirre ohne Gebiss im Mund ein tolles Accessoire für die nächste Party.

An Maria hat mir in ihrem rot-schwarzen Pony-Dress einfach alles gefallen. Man merkt ihr an, wie viel Leidenschaft sie in die Zusammenstellung eines solch imposanten Outfits steckt. Ich finde toll, wie offen sie mit ihrem Fetisch umgeht und freue mich, dass sie ihn auch auslebt – egal ob im Latexkleid, mit Gasmaske, als Katze oder eben als stolzes Pony.

Und ich muss mal nachforschen, ob es den tollen Schweif auch in Einhorn-Farben gibt …

Kuss, eure Cassidy

 

Kopfgeschirre: Rabenleder

Rabenleder ist eine Manufaktur für Fetish-Fashion, das Thema »Pony« spielt dort seit etwa zwei Jahren eine Rolle. Ziel ist es, »Fashion-Elemente in das Ponyplay zu bringen und Pony-Elemente in die Fetish-Fashion.« Die Manufaktur bietet Kopfgeschirre, Halsbänder und Harnesse an. Design und Tragekomfort sind den Machern ebenso wichtig wie die Funktion. Das Material ist in den meisten Fällen echtes Leder, aber auch hochwertiges veganes Kunstleder. Die Metallteile sind so weit möglich aus Edelstahl, Messing oder sogar echt vergoldet. Die Gebisse können gewechselt und auch durch andere Teile wie etwa einen Ballknebel ausgetauscht werden. Sie sind ebenfalls aus Edelstahl, Messing oder gar vergoldet. Ein Pony-Kopfgeschirr kostet bei Rabenleder zwischen 200 und 500 Euro. Auf der letzten Extravaganza-Party hat Rabenleder eine große Ponyshow mit acht Ponygirls und einem Zirkusdompteur präsentiert. www.rabenleder.com
 
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Stand:19 September 2019 05:10:58/magazin/das+pony+outfit%3F-+ein+tag+mit+trense+schweif+und+hufen_19709.html Warning: fopen(cache/f302459ddbea2a3b76c2ca9e23d7c656.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163