So heiss ist Schlauch – Upcycling-Fashion auch für Fetischisten

17.01.2020  |  Text: Cassidy Rose  |   Bilder: Janina Schulte, Instagram: @janinaphotography
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So heiss ist Schlauch – Upcycling-Fashion auch für Fetischisten
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»Ich habe nicht das Gefühl, dass dieses Kleid anfällig für Schmutz oder Beschädigungen etwa durch lange Fingernägel ist«
Die Feuerwehr ist rund um die Uhr für unsere Sicherheit da und ihre Arbeit ungemein wichtig für unsere Gesellschaft. Wir können den Frauen und Männern in Uniform gar nicht genug danken für ihr Engagement, mit dem sie ihre lebenswichtige Tätigkeit ausüben – und damit meine ich die Berufsfeuerwehr und die freiwilligen Feuerwehren natürlich gleichermaßen. Dankeschön!

Nun aber, Ladys, setzen wir uns einmal die rosarote Brille auf und denken etwas verträumter über Wehrmänner nach: Wir kennen doch alle diese Sexy-Feuerwehr-Kalender … Natürlich rein zu Recherchezwecken habe ich mir sogar einige Fotos aus dem australischen »Firefighters«-Jahresplaner angeschaut, für den die durchtrainiertesten Feuerwehrmänner des Landes oben ohne vor lodernden Flammen oder mit süßen Hundewelpen auf dem Arm posiert haben. Schnell wird klar: Uniform ist sexy und das kitschige Geträume, von eben so einem Firefighter aus den Flammen gerettet zu werden, umso mehr. Ich persönlich habe meinen ganz eigenen Helden schon lange gefunden und brauche so einen Kalender nicht mehr, doch als Geschenk für eine Freundin wär’s eine Überlegung wert.



Designerin Kay indes achtet weniger auf den Sexappeal von Feuerwehrmännern. Denn sie ist der Kopf von »Pirate Business« und hat Augen insbesondere für Feuerwehrschläuche. Die dreiundvierzigjährige Diplomdesignerin aus Hannover kann mittlerweile easy einen B- von einem C-Schlauch unterscheiden und verarbeitet sie zu neuen Liebhaberstücken. Von Taschen über Gürtel bis hin zu Krawatten und sogar Hundeleinen finden sich viele schöne Designs für unseren Alltag in ihrem Sortiment. Unter der Rubrik  »andersalsartig« fertigt Kay, die sich übrigens gerne mit einer unabhängigen Piratin vergleicht, exklusive Schlauchcouture und Fetishfashion an: Korsetts, Kleider, Westen, Halsbänder – so vieles ist möglich aus dem robusten Material mit Geschichte.

Und sollte Fashion nicht genau das haben? Eine Geschichte? Ich bin ein großer Freund von Upcycling und Nachhaltigkeit ist mir wichtig. Ich kaufe gebrauchte Kleidung gerne auf Flohmärkten und auf diversen Plattformen online. Es muss nicht immer alles neu sein, es muss nicht alles nach kurzer Zeit weggeworfen werden. Altem ein »neues Leben geben« mag ich und so mag ich auch die Idee aus alten, ausrangierten Feuerwehrschläuchen sexy Kleidung und Accessoires zu machen.



Von der zielstrebigen Kay erfahre ich, dass sie am liebsten richtig alte Schläuche verarbeitet, je schmutziger sie sind, desto besser. Bereits geflickt? Sehr gerne! Es steht ein fettes »Defekt« darauf? Cool! Je mehr das Brandbekämpfungsutensil von seinem Originalzustand abweicht, desto besser, denn desto mehr haben die Feuerwehrschläuche hinter sich. Dass sie ausgedient haben sollen, kann Kay nicht akzeptieren, und so schenkt sie ihnen ein zweites Leben.

Besonders Männern, die in der Fashionwelt oftmals etwas zu kurz kommen und die auch »anders als artig« sein möchten, bietet das extrem robuste Material eine tolle Alternative zu Latex oder Leder. Gummi auf der Haut und von außen ordentlich rau und männlich? Dank Synthetikfaser kein Problem! Zum Beispiel mit einem Gladiatorenrock und den passenden Armstulpen. Auch Harnesse aus Schlauch sind möglich.

Besonders Männern bietet das extrem robuste Material eine tolle Alternative zu Latex oder Leder

Wir shooten outdoor an einem kalten Wintertag. Fürs richtige Feeling natürlich mit einem knallroten, umgebauten Einsatzwagen. Ich trage ein langes Kleid aus Feuerwehrschlauch, hinten zum Schnüren. Das Kleid ist schwer, aber passt wie angegossen. Die kleine Schlauchschleppe höre ich hinter mir über den Boden schleifen, wenn ich mich bewege. Ob für den ganz großen Auftritt auf dem nächsten Event oder sogar als super einzigartiges Hochzeitskleid: Mir gefällt der sexy, punkige Look und ich fühle mich gut geschnürt, aber nicht eingeengt. Wären mein Held und ich nicht längst verheiratet, ich würde ihm in der coolen Schlauchweste gleich noch einmal das Jawort geben.

Besonders schön: Ich habe nicht das Gefühl, dass dieses Kleid anfällig für Schmutz oder Beschädigungen etwa durch lange Fingernägel ist. Es ist ein Teil, das für die Ewigkeit gemacht wurde. Da darf auch mal etwas heftiger gefeiert werden.



Bunt sind die zwei Unterbrustkorsetts, die ich im Anschluss teste. Wieder etwas gelernt: Feuerwehrschläuche gibt es in unterschiedlichen Farben und daher sind die Schnürmieder nicht eingefärbt. Das gelbe Neonkorsett besticht lediglich zusätzlich durch ein nachträglich aufgetragenes, handgemaltes Design.

Mein Fazit: Upcycling und umweltbewusstes Denken muss für uns Menschen immer wichtiger werden. Wir sollten offen für neue Ideen sein, Unbekanntes testen. Auch bei den Themen »Fetishfashion« und »Partywear« oder einfach bei unseren Alltagsaccessoires können wir cool und stylisch aussehen und dabei nachhaltig sein, denn unser neues »It-Piece« war früher mal eine Verpackung, ein Autoreifen oder vielleicht sogar ein Feuerwehrschlauch.

Kuss, eure Cassidy
 

Über Designerin Kay und Pirate Business Wear:

»Pirate Business Wear« wurde 2010 gegründet, die Idee aus Feuerwehrschläuchen unter anderem Korsetts zu nähen, beschäftigt Kay aber bereits seit dem Jahr 2003. Die Designerin möchte sich nicht in eine Schublade stecken lassen und sieht sich keiner Szene zugehörig. Ihre Outfits sind Maßanfertigungen. Kays Produkte aus Feuerwehrschlauch sind vegan.

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Stand:09 April 2020 19:15:25/magazin/so+heiss+ist+schlauch+-+upcycling-fashion+auch+fuer+fetischisten_20114.html Warning: fopen(cache/7d81af6f73aa1f56cd270680e72a745c.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163