Interview | Tattoomodels sind besonders

08.05.2020  |  Text: Boris »Bobs« Glatthaar  |   Bilder: Vanessa Marie
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Interview | Tattoomodels sind besonders
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Vanessa Marie fotografiert seit vielen Jahren tätowierte Menschen. Fast jedes Tattoomodel in Deutschland hat schon mit ihr geshootet, jeder Liebhaber bunter Haut kennt ihre Fotos, aber sie selbst bleibt immer im Hintergrund. Ein Interview
Vanessa, du hast in den vergangenen Jahren unendlich viele Models geshootet, viele davon Tattoomodels. Hast du ein Foto, das dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Ja, aber das war kein weibliches Tattoomodel, sondern ein Mann und er hatte zu dem Zeitpunkt keine oder jedenfalls keine besonders großflächigen Tätowierungen. Er stand im Bad eines Hotelzimmers, hatte die Fingernägel lackiert, sich ein wenig geschminkt und an einigen Stellen des Körpers schwarzes Tape um sich gewickelt. Das war ein sehr kreatives Shooting mit einem sehr kreativen Menschen und deshalb ist es mir im Gedächtnis geblieben. Es war für mich im positiven Sinne außergewöhnlich.

Möchtest du kreative Fotos erschaffen?
Ja, auf jeden Fall. Ich möchte, dass nicht jedes Model auf den Fotos gleich aussieht. Aber auch auf meinen Stil bezogen will ich Kreativität zeigen. Klar, ein gewisser Wiedererkennungswert etwa bei den Farben – bei mir ist es oft sehr bunt – ist wichtig, aber jedes Foto oder jedes Set soll dann doch etwas Einzigartiges beinhalten.

Model: Sandra Inked

Wenn es dir um Kreativität geht: Bist du deshalb zu bunten Tattoomodels für deine Fotos gekommen?
Ich kann gar nicht beantworten, wie es genau dazu gekommen ist. Das hat alles mit verschiedenen Models angefangen: Frauen, Männer, die meisten ohne Tattoos, und irgendwann rief mich dann ein Model an, die aus meiner Gegend kam, und schon viele Tattoos hatte. Und danach ergab es sich, dass immer mehr Tattoomodels auf mich zukamen und mich nach Shootings gefragt haben. So hat sich das dann alles ergeben.

Warum bist du denn dann bei Tattoomodels geblieben?
Ich fand Tattoomodels einfach als Gesamtkunstwerk toll. Irgendwie viel kreativer. Hinzu kommt, dass ich den Eindruck habe, dass sich tätowierte Menschen individueller kleiden, die Haare richtig gut stylen und sich selbst schminken können. Sie haben besonders außergewöhnliche Outfits, während normale Models eher auch normale Kleidung tragen. Und das mag ich halt nicht so, ich mag selbst auch schon eher ausgefallene Dinge. Das soll sich auch in meinen Fotos widerspiegeln ­– da mag ich es auch nicht, wenn alles so eintönig ist. Und Tattoomodels haben, auch wenn sie vielleicht auf den ersten Blick alle ähnlich bunt sind, jede für sich ihren ganz eigenen Stil. Diese Verzierungen auf dem Körper sind für mich Verschönerung und Schmuck.
 

»Das Model und ich sind Partner bei der Arbeit, wir beide müssen uns wohlfühlen«


Du hast einen enormen Output an Tattoomodel-Fotografie. Was fotografierst du noch?
Tatsächlich sonst fast gar nichts mehr. Ab und zu mal so ein bisschen im Vintage- oder Pin-up-Bereich, aber das ist sehr, sehr selten geworden. Tattoomodels sind wirklich mein Hauptaugenmerk.

Innerhalb der Community der Tattoomodels genießt du ein großes Vertrauen. Liegt das an deiner Fotografie oder am Umgang mit den Menschen?
Danke, ich freue mich, wenn das so ist! Womöglich liegt es daran, dass ich mit vielen Models schon über Jahre immer wieder arbeite. Mit manchen hatte ich schon zehn oder zwanzig Shootings. Und die sind mir alle ans Herz gewachsen! Das sind alles ganz wunderbare, liebe Menschen. Es mag sein, dass dieses oft schon fast freundschaftliche Verhältnis zu diesem Vertrauen beiträgt, aber letztlich spielen sicher auch die Fotos, die bei unseren Begegnungen entstehen, eine Rolle. Sie scheinen den Models sehr gut zu gefallen.

Models: Bella Isadora, St.Kitteh

Du kennst viele Tattoomodels also sehr nah. Haben die für dich eine andere Persönlichkeit als untätowierte Models?
Ja, Tattoomodels sind offener. Meiner Erfahrung nach, und da spreche ich wirklich nur für das, was ich bisher erlebt habe, sind untätowierte Models teilweise deutlich engstirniger. Tattoomodels haben eine ganz andere Weltsicht, finde ich.

Woran machst du das fest?
Ich kann mich daran erinnern, dass mir mal von einem untätowierten Model gesagt wurde, sie finde das mit den Tattoos überhaupt nicht schön. Natürlich soll jeder seine Meinung vertreten, aber sie konnte sich überhaupt nicht dafür öffnen, dass andere Menschen das schön finden. Andersherum, dass also tätowierte Models sich zur Haut untätowierter Menschen äußern, habe ich noch nie erlebt. Ich erlebe Tattoomodels als sehr empathisch.
 

»Mit manchen Models hatte ich schon zehn oder zwanzig Shootings. Und die sind mir alle ans Herz gewachsen, das sind alles ganz wunderbare, liebe Menschen«


Neben den Models – wie wichtig ist dir bei der Fotografie die Location?
Sehr wichtig. Ich versuche immer, eine Location zu finden, die zum Model, zum Outfit und zur Stimmung passt, die man erzeugen möchte. Es kann auch einfach im Wald sein, da kann man wunderbare Atmosphären erzeugen, es muss nicht drumherum immer alles absolut ausgefallen sein, um ausgefallene Bilder zu machen. Es geht ja auch gar nicht um das Drumherum, das ist alles nur Beiwerk, sondern es geht ums Model. Ich würde allerdings auch nicht ein Model in einem Blümchenkleid in eine Industrielocation stellen.
Apropos Blümchenkleid: Du shootest längst nicht nur Nude, sondern vor allem bekleidete Models.
Ja, ich überlasse es jedem Model selbst, ob es Fashion machen möchte, Dessous, Teilakt oder sogar Akt. Ich versuche nicht, den Menschen vor der Kamera in irgendeine Richtung zu drängen. Allerdings bekomme ich von den Models häufig mit, dass bei anderen Shootings mit anderen Fotografen, die vielleicht nicht immer ganz seriös sind, schon oft der Versuch unternommen wird, sie dahin zu bewegen, dass sie sich ausziehen.

Denkst du, es ist ein Vorteil beim Aktshooting mit Frauen, dass du selbst eine Frau bist?
Ja, ich denke schon. Ich finde, es ist ein ganz anderer Zugang, den man dann zueinander hat. Aber auch, dass wir altersmäßig nicht so weit auseinander liegen, wirkt sich meines Erachtens häufig positiv auf das Vertrauensverhältnis aus. Und das ist ganz wichtig für den Erfolg des Shootings: Das Model und ich sind Partner bei der Arbeit, wir beide müssen uns wohlfühlen. Das geht übrigens weit über das Shooting hinaus. Ich mache es zum Beispiel so, dass ich niemals ein Bild, nur weil ich es besonders toll finde, einfach hochladen würde. Ich hole mir immer erst mal das Einverständnis des Models und frage nach, ob an dem Bild noch irgendwas geändert werden soll.

Model: Ginga Loco

Warum sieht man dich selbst eigentlich kaum oder fast gar nicht in deinen Fotos? Nicht mal auf Instagram präsentierst du dich auffällig als Person oder Fotografin.
Es ist ganz einfach: Ich bin Fotografin, ich stehe hinter der Kamera, es geht um die Models. Ab und zu lade ich mal etwas von mir hoch, damit die Models wissen, wer ich so bin. Aber ich bin kein Mensch, der sich ständig in den Vordergrund drängt. Ich fühle mich nicht wie etwas Besonderes oder Besseres, aber ich finde, dass jedes Model für sich etwas ganz Besonderes ist.

Das ist ein Kompliment! Womit können deine Models dir ein Kompliment machen ?
Das ist eine gute Frage. Vielleicht damit, wenn sie sagen, dass sie sich beim Shooting wohlgefühlt haben, und wenn das wirklich von Herzen kommt. Aber auch damit, wenn sie sagen, dass die Fotos so geworden sind, wie sie es sich gewünscht haben, oder vielleicht sogar noch schöner.

Und das größte Kompliment, das ein Betrachter deiner Bilder hier machen kann?
Wenn er länger hinschaut und die Schönheit des Models und des Fotos erkennt.
 

Die Fotografin

Vanessa Marie ist selbst zwar noch eine junge Frau, gehört aber zweifelsohne zu den »dienstältesten« und erfahrensten Tattoomodel-Foto­grafen in Deutschland. Sie shootet mit den großen Namen der Branche ebenso regelmäßig wie mit neuen Talenten, ist in der Öffentlichkeit selbst aber wenig präsent. Sie sagt: »Es geht um die Models, nicht um mich.«

Mehr auf Instagram: vanessa.marie.fotografin

Fotografin Vanessa Marie
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Stand:11 August 2020 12:20:01/magazin/tattoomodels+sind+besonders_20507.html Warning: fopen(cache/0c938c1201af5d06be35e02325380143.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163